Donnerstag, 31. März 2011

Ab ins Outback

Das Frühstück im Hostel in Adelaide war eher so lala. Konnt man sich an der Rezeptioon seinen Toast, Marmelade und Cereals abholen und das in der Küche selbst zubereiten. Naaaaaaaaa jaa. Dann doch lieber Bäckerei.
Rückgabe des Autos war kein Problem. Nur waren wir (mal wieder) viel zu früh am Flughafen (zumindest für die Inlandsflüge) und so ging die Warterei los. Irgendwann war es dann aber so weit. Der Flug war ganz ok (nur mit der Essensausgabe bei Qantas bin ich was unzufrieden - künstlicher Erderbeermuffin (bäh) und dann mal wieder Kekse - können die nicht einfach mal nen Sandwich verteilen?). In Alice Springs sind wir zwischengelandet - meine Fresse, war das heiß - kaum zum Aushalten. Der Flughafen war winzig - ein Buchladen, ein Souvenirship, ein Café. That's it. Und dann so wunderschöne Plastikstühle...

Auf dem Flug fast nur (amerikanische) Rentner und ein lustiges Zwillingspaar, die mit Mitte/Ende 30 noch völlig identische Klamotten trugen. Gut, wem's gefällt. Aber Hauptsache ipad dabei. Beide!
Leider saßen wir für den Anflug auf den Uluru auf der falschen Seite, aber die Blicke aufs Outback waren auch so schon spektakulär.
 

Am Flughafen angekommen wartete auch schon der Shuttlebus (der fährt immer nur zu den 3 Zeiten, zu denen hier Flüge ankommen, Taxen gibt es nicht - man sollte also zusehen, dass man den erwischt), der uns zum Ayers Rock Resort gebracht hat - einer künstlich angelegetne "Stadt", in der isch alle Hotels/Campgrounds befinden.
Untergebracht waren wir in der Voyage Outback Pioneer Hotel & Lodge, quasi Hotelanlage aus den 50ern mit 4Bettzimmern als YHA. Allerdings haben wir festgestellt, dass auch die mehrere Sterne-Hotels nicht unbedingt viel besser aussahen als unseres. Wir waren auf jeden Fall total geschafft, insbesondere von der Hitze, und haben erstmal ein Nickerchen gemacht. Irgendwann war es aber auch im Zimmer zu warm und stickig, daher haben wir den Outlook erklommen.

Die rote Erde, der blaue Himmel, die grünen Sträucher - einfach faszinierend!


  
Der Blick von unserem Lodge Outlook auf den Uluru
 
Danach ein Bierchen getrunken und dann gab's DIY-BBQ für mich. Natürlich mit der Aussi-BBQ-Platte: Känguruspieß und Emuwurst waren wirklich ganz lecker, Krokodil fand ich nicht so gut (dat schmeckte so wie ganz, ga.

 
Überall fliegen Fliegen...

Nach Poolbad, aber ohne Frühstück, hab ich erstmal den Souvenirshop leergekauft (jaaaaaaaha, ich weiß - natürlich waren die meisten Sachen für mich :D) und fürs Internet ein Vermögen ausgegeben (gut, klar, geographische Preisdifferenzierung - da machste nix). Mit dem Shuttle-Bus des Resorts (der jede Viertelstunde einmal rund fährt) ging's zum Shopping Centre, wo als "Belohnung" ein Eis wartete (merke: ohne Eis ist es kein guter Tag). Auch hier war der T-Shirt-Souvenir-Laden nicht vor mir sicher, dafür haben das Bruderherz und das Patenkind nun neue Klamotten im Schrank. Sind noch kurz ins Visitor Centre rein (klimatisiert!), das einen Teil der Geschicht des Uluru und des Nationalpark abdeckt. Ganz schön gemacht eigentlich.

Dann wurden wir von unserer Tour eingesammelt, kurzer Stopp an Tankstelle, Einchecken am Büro und dann ab zur Campsite, die ziemlich deluxe war. Die Zelte, in denen wir geschlafen haben (mit Licht, Strom, Ventilator), waren fast schöner als unser Hostel :) Darüber hinaus hatten wir einen eigenen Koch, der dann später mit dem Essen auf uns warten sollte. Großartig!!!
 
Unser Gefährt
Dann ging's los zu den Olgas (Katja Tjuta) und dem Valley of the winds. Unser Guide hieß Rael, netter Kerl, 24. Allerdings das mit dem Erklären muss er noch was üben - hat immer gesagt, dies und das erkläre er dann gleich; hat er dann aber nicht gemacht, der Vojel. Der Rest der Truppe bestand aus einer älteren Dame (Achtung, mehr Kopfröte als ich), einem kontinuierlich rauchenende dänischen Ehepaar, einer Deutschen (Kim aus Berlin, die erstmal ständig nur mit uns Englisch geredet hat (auch wenn keiner dabei war), weil das sonst unhöflich ist - YOAH) und zwei Damen aus der französischsprachigen Schweiz. Der Walk war wirklich superschön.

 
   
 
 
 
Gesehen auf dem Weg: Zitronengras, kleine Echse - für diejenigen, die es wissen wollen :).

Am Zielpunkt des Walks konnte man dann aufs Tal schauen und es war unglaublich still. Ziemlich faszinierend. Rael hat uns dann erklärt, wie die Olgas und der Uluru entstanden sind - nämlich aus einem "Urgebirge" im Westen des Landes.

Sieht aus wie ein Gemälde, finde ich:
 
Insgesamt ein sehr schöner (wenn auch gefühlt lang und anstrengend wegen der Hitze) Walk.

 
 
Danach mussten wir uns ein wenig beeilen (Toilettenstopp mit Männerklo-Okkupation, inkl. Riiiiiiesen-Spinne, gell, Feriha), um es rechtzeitig zum Sunset-Viewing zu schaffen. Da hätten wir aber auch wirklich was verpasst. Wobei man das anfangs gar nicht dachte, weil da tausende von Bussen und Toursiten ankamen, die da in Teilen richtig becatert wurden. Aber auch wir haben Sekt und Snacks bekommen - habe natürlich mal wieder den Hals nicht voll bekommen können (war ja umsuss quasi) und davon viel zu viel gegessen, das hätte ich mir mal lieber fürs Abendessen aufgespart.

   

  
Mein Gott, da guck ich wie ein Vollidiot... 

Der Sonnenuntergang war superschön - eine wirklich tolle Erfahrung (davon haben wir übrigens gefühlte tausen Fotos, aber die erspar ich euch jetzt mal).
 
 

Rael hat uns dann noch kurz auf dem Didgeridoo unterhalten (und seinem Kolleschen ne Rückenmassage verpasst) und schon mussten wir wieder los. Dinner wartet auf uns - Shane hatte wirklich sehr lecker gekocht (eingelegtes Känguru/Lamm; sehr gut gewürzt). Wein gab's auch :))
 
 Danach Duschen und relativ schnell ab in die Heia. Waren einfach superkaputt und mussten ja auch um 4.40 Uhr schon wieder aufstehen... Sonnenaufgang gucken....
Shane, unser Koch, hatte schon Eier & Bacon fertig. Toll. I like. Könnte jeden Morgen so sein. Und die Sterne, die waren der Kracher. Selten so viele und so helle gesehen. Und: Man konnte tatsächlich die Milchstraße sehen. Krass! Da war es jetzt doch schon wat schade, dass wir nicht unter freiem Sternenhimmel geschlafen haben.

Dann wieder rein in den Nationalpark. Der Himmel färbte sich mit der aufgehenden Sonne gleißend rot, man konnte so weit gucken, dass man an einem Ort ein Gewitter sehen konnte und an einem anderen einen Regenbogen. Suuuuperschön.
Zum Sunrise-Gucken klettert man (mit tausend anderen) auf eine Sanddüne mit befestigten Ausgucken. Ist dann auch überhaupt NICHT ramontisch. Keine Ahnung, wer da wie Anträge machen will, aber cool is anders. Kann aber natürlich auch daran liegen, dass die Sonne hinter Wolken aufgegangen ist und so nicht ihre volle Stahlkraft auf den Uluru entfalten konnte. Fand den Sonnenuntergang schon deutlich schöner.
  
 


Allerdings hat das Feriha nicht davon abgehalten, mich vor allen Leuten zu fragen: Na, Schatz, was ist denn nun mit dem Heiratsantrag? Ach so, hatte ich erwähnt, dass 80 % der Leute da Deutsche waren. Ja, nu, wir sind aus Kölle - get over it!
Weiter ging's danach zum Uluru Basewalk (quasi fast einmal rum). Wir haben uns auch für den gesamten Weg entschieden, der 2 Stunden dauern sollte. Wir haben allerdings 2 3/4 Stunden gebraucht, weil wir zwischendurch die Schuhe ausziehen und bestimmt einen Kilometer durchs teilweise fast kniehohe Wasser laufen mussten. Das hat uns tempomäßig etwas zurückgeworfen. Außerdem haben wir viel mit Kim gequatscht (diesmal dann nicht mehr auf Englisch :)) und es war auch so schweineheiß, dass wir da unser Tempo etwas dran angepasst haben.

 
  
Ach was?!

 
 





 
 Ein Herz:
 
 
Viele "Ankle" darf man übrigens auch gar nicht fotografieren, weil das heilige Stätten sind (für Männer & Frauen übrigens getrennt). Nichtsdestotrotz ist dieser "Berg" mit seiner Maissivität und gleichzeitigen Eleganz ziemlich beeindruckend. Besteht übrigens (im Gegensatz zu den Olgas) aus zusammengeknautschtem Matsch. Auf dem Weg (eher zum Ende hin) werden auch Geschichten der Aborigines zur Entstehung bestimmter Risse und Felsformationen erklärt (7.B. der Schlange Tikes (oder so), die den Neffen der "guten" (Mutter) Schlange tötet, woraufhin diese dann vor Schmerz und Wut ausrastet - daher die Risse).

Am Ende gab's noch ein Wasserloch und Höhlenmalereien.
Natürlich (!) sind dann am Ende (der Climb war wohl gerade geöffnet worden) meine "Freunde" (die Asiaten) da hochgeklettert, wobei die Anangandu explizit darum bitte, dort nicht hoch zu steigen.

Natürlich waren wir die Letzten - die anderen haben schon auf uns gewartet. Nach Keksen zur Stärkung mussten wir los zum Cultural Centre, was in Schlangenform gebuat ist und die Geschichte und Kultur der Aborigines erklärt (1. Gebäude). Z. B. wir der Park von einem Ältestenrat geführt, in dem zur Mehrheit Aborigines istzen. Im 2. Gebäude konnte man dann Souvenirs und Kunst kaufen. Da gab's suuuuuperschöne Gemälde, nur einfach viel, viel, viel zu teuer. Da machste nix. Wird wohl doch noch ein superreicher Mann gefunden werden müssen.

Den angekündigten Walk mit Erklärungen zu Kulter und Mythen mit Rael gabÄs auf Grund zeitlicher Restriktionen nicht mehr. Schade, er hätte zu ganz Australien was gesagt. Na ja. Für uns fiel dann zurück im Camp noch ein schneller Lunchburger ab (lecker!), dann zurück ins Hotel (Gepäck abholen) und dann haben wir ziemlich lange auf das Airport Shuttle gewartet. Gut, mehr Zeit zum Karten schreiben (ja, tatsächlich hat auch Feriha hier Karten geschrieben).

 
Dessen Leben haben wir auf der Rückfahrt noch gerettet (indem wir ihn nicht überfahren haben); süß, gell
Im Flugzeug gab's Notausgangssitze (yeah, Jackpot!) und nach Mahlzeit (auch der von Feriha) sind wir in Cairns gelandet.
Feriha ist übrigens immer wieder davon fasziniert, wie ich bei vornüberkippendem Kopf schlafen kann. Davon müsste man doch wach werden, respektive Halsstarre kriegen....

Ansonsten:
  • wir hatten wohl ziemlich Glück - in den letzten 10 Tagen hatte es wohl kontinuierlich geregnet
  • beim nächsten Mal sparen wir definitiv nicht am Fliegennetz"hut" (obwohl das scheiße aussieht); die nerven einfach ungemein, die Viecher - setzen sich überall hin, Ohren, Nase. "Alta, was geht denn da ab?!" (Feriha)
  • Beim nächsten Mal lieber ne 2-Nächte-Tour buchen; dann geht's auch noch zum Canyon und man bekommt mehr von der Gruppendynamik mit
  • Eigentlich sprachen in der Gruppe final alle Deutsch - hehe, soviel zu Englisch als Weltsprache :)
  • Feriha war mal wieder häufig "Frau Klein" (bei Gepäck und Buchungen und so) - ist fast so als wären wir tatsächlich verheiratet :)))

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