Freitag, 11. März 2011

Bis 5.00 Uhr morgens auf dem "Sausage Fest" ODER "Heee, das ist unser Auto"


So, jetzt also Australien. Feriha und ich haben uns vorgestern (irgendwie ist sie an mir vorbeigelaufen, insofern musste dann doch das Mobiltelefon herhalten - wie haben wir das frueher bloss ohne Handy gemacht...) am Flughafen getroffen. Bei der Einreise hatte ich diesmal die Ehre von einem Quarantaene-Hund beschnueffelt zu werden. Die Holzkiste, in der meine Kette war, hat er allerdings nicht gefunden. Soviel zu wasserdichten Einreiserestriktionen.
Sind dann mit dem Zug in die Stadt - vollgepackt und kurz nach dem Aussteigen nass geschwitzt. Es war einfach megaschwuel (und ich hab eindeutig zu viele Taschen dabei - zwei davon bin ich dann aber am naechsten Tag losgeworden - Gott sei Dank!). Natuerlich sind wir beim Ankommen an der Central Station erstmal in die falsche Richtung gelaufen. Gefuehlte hundert Treppenstufen also die Koffer hochgeschleppt (Rolltreppen sind hier wohl noch nicht angekommen), diverse Trageangebote abgelehnt (geht schon...) und dann oben festgestellt, Mist, falsche Seite. Wieder zurueck. Grandios. Jut, aber wat willste machen...

Im Hostel lag eine Tante schon im Bett, so dass wir schnell unser Zeug ("relativ" geraeuschlos) weggepackt haben und nochmal vor die Tuer sind. Den Abend haben wir draussen auf ner Treppe ausklingen lassen, wobei insbesondere Feriha sich hier Anmachattacken von oberkoerperfreien Aegyptern erwehren musste.

Morgens hab ich zum Fruehstueck mit Speck, Ruehrei etc. upgegradet, wir haben meine Sachen eingelagert und dann ging's los durch die Stadt. Zuerst Kathedrale (wo ich ne DVD abgestaubt habe, allerdings die Spende dann einfach unterschlagen habe, ob ich dafuer in die Hoelle komme?!), dann in die Town Hall reingeschneit (supergeiler Saal mit Riesen-Kronleuchter: da konnte man sich bildlich einen Maskenball vorstellen; das steht uebrigens auch noch auf meiner Lebens-To-Do-List), und dann Victoria Einkaufszentrum (altehrwuerdiger viktorianischer Bau mit poshen Geschaeften, konnte natuerlich nicht widerstehen und hab nun ein Kaenguru am Pandora-Armband - Ja, Mama, ich weiss, ich soll aufhoeren unnoetig Geld auszugeben...aber das macht hier viel mehr Spass als zu Hause...) und dann weiter Richtung Hyde Park.
 


Da waren wir gerade am Ende angekommen als mein Handy klingelte. Ich hatte ja bei Loss mer singe einen Australier kennengelernt, der mir direkt seinen Bruder, der in Sydney wohnt, ans Herz gelegt hat und mit dem wir dann auch lose verabredet waren. Lustigerweise hatte der genau um die Ecke einen Geschaeftstermin, hatte uns gespottet und daher hoerte ich am Telefon nur "Turn left". Lustiger Zufall. Mit seinem Kumpel Joe (oder Pooh) sind wir dann zu Bondi Beach gefahren, wobei wir ein paar (leckere, gut gebaute) Surfer so angehimmelt haben, dass die beiden sich dazu genoetigt  sahen, sich ein Surfbrett auszuleihen um damit an uns vorbeizuspazieren (hihi), sich dann aber auf dem Rueckweg dazu genoetigt sahen, alle Maedels auf der Strasse anzuhupen. War aber lustig und auch voll nett, dass die extra mit uns dahin gefahren sind. Das Wetter war uebrigens war, wie ihr sehen koennt, durchwachsen, es war zwar megaschwuel, aber leider auch sehr bewoelkt. Na ja, vielleicht gibt's ja an unserem letzten Tag noch ein paar Sonnenscheinbilder :). Joe musste dann los, also hat uns Max durch die Stadt begleitet. Durch den Botanischen Garten mit den Flying Foxes ging's zum Ausblick auf Oper und Harbour Bridge. Feriha hatte da schon ziemlich mit ihrem Jetlag zu kaempfen, weil sie auf dem Flug fast gar nicht geschlafen hatte (das Problem kenn ich nu ja gar nicht).
Echte "Aussies"
An der Oper haben wir dann noch was getrunken (wobei Max ganz beeindruckt von meinen Biertrinkfertigkeiten war, gut ich hatte halt Durst, da geht das mal was schneller), sind dann mit der Faehre zu Darling Harbor um dort was zu essen. Wir mussten aber noch die Zeit bis 18.00 Uhr ueberbruecken, weil ich unbedingt in das Steakhaus (I'm Angus) wollte, in dem ich auch vor zwei Jahren mit meinen Eltern gewesen war (und wir den leckersten Pinot Noir aller Zeiten getrunken haben, den die jetzt uebrigens nicht mehr auf der Karte haben). Wir also in ne Kneipe nebenan, weil wir dachten, wir wuerden ein Schnaeppchen machen. Aber: Da galt dann wieder der alte Spruch "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil" weil wir zwar auf das Schild "Drinks 4 $ - Free Fingerfood" reingefallen sind, allerdings ueberlesen hatten, dass das nur freitags galt. Na ja, so ist das Leben. 

Steakhaus war sehr lecker, Max haben wir eingeladen, weil er das auch irgendwie den ganzen Tag gemacht hat. Danach zurueck ins Hotel, weil wir nochmal los wollten bzw. nur Max und ich, weil Feriha total muede war. Zuerst unten im Hostel in die Scubar, wo Max schon angekuendigt hatte, dass da wohl "Sausage Fest" sein wuerde (=mehr Jungs als Maedels). Dem war dann auch so. Allerdings hatten wir zwei den Altersschnitt derartig nach oben katapultiert, dass wir nach einigen Drinks (fuer 5 $, Special Jaegermeister-Night, wobei uns die Jaegermeister-Eng-Klamotten-Brueste- rausrag-Tittengirls mal gepflegt ignoriert haben (Max hatte das prophezeit), sondern immer nur die Jungs-Tische anvisiert haben. Jut, sind wir halt weitergezogen. Haben auf dem Weg zu den Three Wise Monkeys (Live-Musik, ganz cool eigentlich) noch eine Bekannte von Max getroffen (ne Deutsche, is ja klar), die mit uns dann die ersten Rum-Cola-Runden mitgetrunken hat. Ja, und was soll ich sagen, irgendwann war's dann eben 5 Uhr als ich ins Hostel-Zimmer zurueckgestolpert bin. Aber, hat sich gelohnt. War ein cooler Abend/Tag.

So, und dann begann das Drama. Wobei es ist eigentlich kein Drama. Nur extrem aergerlich und aetzend. Eigentlich ging alles prima los. Einchecken am Flughafen: unproblematisch. Da haetten wir auch locker noch ne Dreiviertelstunde spaeter kommen koennen. Flug: Kein Problem. Mietwagen abholen und auf Automatik wechseln: Kein Problem. In die Stadt (um die es sich um Melbourne handelt) finden: Kein Problem. Dann dort zur Touriinfo. Hier ging's schon los. Eeewiges Warten auf die Tante an der Buchungsstelle. Die hat echt einfach in einem Mega-Schneckentempo gearbeitet. Dann waren wir dran. Fuer deren Attituede faellt mir nur das Wort "totaler ennui" ein. Die hatte mal gar keinen Enthusiasmus uns irgendwie weiterzuhelfen. Bestimmte Sachen konnte sie nicht buchen, und wo man wie am besten hinkommt - da musste sie  auch erstmal ihre Kolleginnen fragen. Ganz toll. Ganz toll auch von uns, dass wir nix im Vorhinein gebucht haben, so dass wir jetzt hier am Wochenende echte Problem haben, ueberhaupt  ein Bett zu finden. Letzlich hat sie noch ein 12 Share in einem Hostel/Backpacker auftun koennen. Jut, dachten wir, kann ja nicht so schlimm werden. Wir also ein paar Sachen aus dem Auto geholt, nochmal Geld in die Parkuhr geschmissen (den Dollar mehr, den ich reingeschmissen hab, obwohl das nichts an der Endzeit geaendert hat, hat das Geraet einfach mal ganz dreist behalten). Wir also ins Hostel. Ewig an der Rezeption gewartet, weil der alle Leute immer alles parallel machen muessen und so gar nix vorwaerts geht (gut, durch dreistes Vordraengeln haben wir zumindest die Wartezeit ein wenig verkuerzt), ins Zimmer rein und fast wieder rueckwaerts raus. Voll versifft, 3 Iren am Fenster, Pulle Wein am Hals und fett die Kippen an. Alta. Ich dachte echt, dass es so was nicht mehr gibt. Ok, dachten wir, das kriegen wir hin. Irgendwie. Vielleicht sind die ja eh die ganze Nacht unterwegs.
Dann haben wir erstmal 5 Minuten die Toiletten und die Duschen gesucht, die sich dann einen Stock hoeher aufgefunden haben. Ok....
Dann wollten wir unser Auto unterstellen (weil man das ab 16 Uhr dann fuer die Nacht billiger einstellen kann). Von weitem sahen wir ein Abschleppauto mit einem Auto drauf. Nicht unseres, das stand noch da. Wir schneller gelaufen. Da hob sich unser Auto ebenfalls von der Strasse. Und damit nahm das Drama seinen Lauf. Natuerlich konnte er das nicht mehr abladen (weil wir schon "eingeloggt" waren im System). Sind wir also mit ihm mitgefahren zu der Sammelstelle. Gebuehr: 300 Dollar. Ok, da hatten wir bereits diverse Lachanfaelle (Galgenhumor!!!) hinter uns. Der dicke Typ, der das paperwork gemacht hatte, dachte auch, wir spinnen. Wir haben also das Auto wieder zurueck bekommen. Dann haben wir mehrere Umwege in die Stadt zurueck gemacht, standen ewig im Stau und haben dann (endlich in einem richtigen Parkhaus) den tatsaechlichen Strafzettel gefunden. Denn die 300 $ waren nur fuer die Abschlepper. Herzlichen Dank auch. Nur, weil wir ne halbe Stunde zu spaet waren. Und weil der nur insgesamt 2 Dollar nimmt zum Auffuellen der Uhr. Da muss man dann direkt Abschleppen. Mit einem Ticket ist es wohl nicht getan. Nochmal 119 $. Da war dann auch irgendwann der Galgenhumor aufgebraucht. Na ja. So haben wir eigentlich bisher nichts (!) von Melbourne selbst gesehen, weil wir mit anderen Dingen beschaeftigt waren. Und dass, obwohl es megasonnig ist und wir hier haetten einen tollen Tag haben koennen. Aber die Stadt hat uns ordentlich die Laune verhagelt.

Ein paar positive Seiten hat die Story schon: Gut, dass Feriha sich auf dem Weg zum Auto kein Wasser mehr gekauft hat. Wenn das Auto einfach weg gewesen waere  und wir haetten keinen Plan gehabt, was passiert ist, waere wohl alles noch schlimmer gewesen. Na ja, haetten wir nicht so lange an der Rezeption warten muessen, waeren die Behoerden hier nicht so strikt, haetten wir die Toiletten direkt gefunden. Haette, waere... Hinterher ist man immer schlauer. Leider muessen wir nun auch fuer die restliche Tour feststellen, dass es mit Backpackern am Wochenende schlecht aussieht. Hoffe, wir finden noch was fuer morgen. Sonst krieg ich wirklich RICHTIG schlechte Laune. Die zwei Bier mit dem Burger eben haben auch noch nicht so richtig angeschlagen. Und wenn die Iren mir dann heute Nacht noch auf den Sack gehen, dann kann ich fuer nichts garantieren.

Jut, hoere jetzt auf zu meckern. Sage: No worries. Alles wird besser werden. Zumindest haben wir nun Hostel und ereignistechnisch die Baseline erreicht. Jetzt kann es eigentlich nur noch nach oben gehen :))) Gelernt haben wir: Direkt ins Parkhaus fahren, Hostels fuer den Rest der Reise ab jetzt alle im Voraus buchen. Ist ja auch was.

NACHTRAG:
Die Nacht war tatsaechlich so schlimm wie erwartet. Bei brennendem Licht haette ich ja noch schlafen koennen, und dass zwei der Iren auch schon ins Bett gegangen sind, weil sie arbeiten mussten, hat mich Hoffnung schoepfen lassen. Kurzzeitig. Allerdings hat erst mal "King F." (selbsternannt, ist ja klar, der macht Work und Travel hier und ist so meeeeeeegacool (nicht), dass er erstmal die halbe Deo-Dose auf seine Huehnerbrust spruehen musste, bevor er los zum Feiern ist (Tobi, merkste was!)) eeewig gebraucht, bevor  er los ist. Dann kam um 12.00 Uhr ein ziemlich betrunkener Ire ins Zimmer getaumelt (der da wohl auch "resident" war), bei dem seine "Freundin" (?) ziemliche Probleme hatte, den ins Bett zu kriegen. Dabei hat er sich dann mal komplett (!) ausgezogen. Dass fanden dann die zwei anderen Iren so lustig, dass die (nachdem der eingeschlafen war) den gefuehlte 2 Stunden fotografiert (und bemalt) haben. DAS WAR SOOO LUSTIG. NICHT. Der eine Typ hatte auch so ne durchdringende kichernde Lache, den konnte man auch nicht ausblenden. Alta. Gott sei Dank hab ich von dem einen auch nur (!) den nackten Arsch gesehen. Irgendwann kamen dann auch die 3 Maedels (die da wohl regelmaessig abhaengen - ist ja das Partyzimmer des Hostels  offensichtlich) wieder. Mittlerweile: 3.30 Uhr. Da auch fuer die Ruecksicht und Respekt Fremdwoerter waren, ging das Krakele los. Die eine hat dann noch King F. (der mit denen zusammen aufgekreuzt ist) die Schuhe geputzt. Die dritte hat sich zum betrunkenen Nackt-Arsch ins Bett gelegt. Aha. Irgendwann sind die dann aber alle los und das naechste, was ich weiss, ist, dass Feriha mich weckt und weg will. Die hat mir dann naemlich erzaehlt, dass die beiden wohl noch zweimal Sex in dem Bett hatten. Baeh, pfui Deibel. Damit haben die tatsaechlich alle (!) ungeschriebenen Hostel-Regeln gebrochen. Ich noch schnell duschen, natuerlich beim Packen Licht an (Ruecksicht war ja hier nicht angesagt), bei "Slash" an der Rezeption (der so laut Musik gehoert hat und dabei geheadbangt hat, das man ihn kaum verstanden hat) Schluessel abgegeben und nix wie weg. Auto war auch noch da :)
Fazit: Absolute Horrornacht. Aber: Baseline erreicht.

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Sind gerade an Ayers Rock und starten gleich zu einer Overnight-Safari. Die restlichen Tage waren superschoen. Leider haben wir kaum Zeit ins Internet zu gehen (ist ja auch Urlaub, ne), und wenn, reicht unsere Zahlungsbereitschaft (hier: 6 Minuten = 1 Dollar) nicht fuer eine laengere Session. Sorry! Ich versuch's mal in Baelde zumindest Bilder hochzuladen.

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