Montag, 11. April 2016

Tag 3 ODER Kleini geht in die Kirche und schlemmt festlich ODER Wenn es Sonntag wird in Tonga....


Wenn es Sonntag wird in Tonga....
Der Reiseführer schreibt: Wenn Sie morgens aufmachen und alles ein wenig verschlafener und stiller wirkt als sonst, keine Motorengeräusche der Busse oder Autos an Ihr Ohr dringen, wenn selbst die vielen streunenden Hunde leiser zu bellen scheinen, ja, dann ist Sonntag in Tonga.
Und das ist wirklich so - es ist sehr, sehr still...
"Der Sabbat ist für immer heilig", so steht es in der Verfassung. Es ist untersagt, an diesem Tag zu arbeiten, Handel zu treiben, Verträge zu unterzeichnen oder sich sportlich zu betätigen. Kein Flugzeug landet, kein Schiff legt an, die Kinos und die meisten Restaurants sind geschlossen. Kein Wunder, denn an dieser Verfassung hat ein methodistischer Missionar mitgeschrieben.

Im Übrigen ignorieren die Gläubigen der "Church of the 7th Advntist" deshalb auch die Datumsgrenze, weil die nämlich eigentlich samstags worshippen. Für die ist dann sonntags samstag.
Toni im Übrigen auch, weil er es einfach für Quatsch hält, für Touristen sonntags nichts anzubieten. Gute Einstellung der Mann ;-)....

Den Hähnen hatte das mit der Sonntagsruhe leider keiner gesagt, insofern haben die schon fröhlich um 5.00 Uhr gekräht - aber guess what, ich hatte mittlerweile Ohrstöpsel (von Hawaiian Airlines) gefunden. Das half so ein bisschen.
Nach dem Frühstück (immer mit viel leckerem, frischen Obst) sind wir (James & Hannah sind mit mir mit) durch die verlassenen Straßen zur katholischen Kirche gelaufen. Die Messe fand für die ersten 20 Minuten draußen stand und man hat natürlich kein Wort verstanden, aber es war einfach sehr faszinierend die Menschen zu beobachten. Angetan in schönster Sonntagsstaat, fein  herausgeputzt, Mädels und Teens in hochhackigen (verboten hoch! und glitzernd, was es wohl gerade so gab auf dem Markt) Schuhen, aufgebrezelt, die Haare gemacht und mit Schmuck behangen. Und kleine Jungs teilweise im Anzug, das war echt zuckersüß. Und wer sich nicht benahm hatte, zack, einen hinter den Löffeln. Da scheinen die Tonganer sowieso nicht lange zu fackeln; das Mädel, das in der Schule arbeitete meinte auch, dass körperliche Züchtigung da gang und gäbe ist. Teilweise sah man aber auch die Leute in traditioneller Kluft, mit "Matten" um sich gewickelt - Tauvalas. Das ist quasi sowas wie nen Krawattenersatz bei Männern und generell ein Zeichen von Respekt.
Nach der Messe draußen wurde das "Tor der Gnade" symbolisch geöffnet, und alle Menschen strömten in die Kirche.

Die war dann so pickpackevoll, dass die sogar Plastikstühle draußen aufgestellt haben, auf denen die Leute sitzen konnten. Und auch die haben nicht gereicht. Echt ein Erlebnis. Und wenn die singen, ist das schon auch ziemlich beeindruckend...



Wir sind dann so gegen kurz vor elf gegangen; weil um 11.30 Uhr David kommen sollte, um uns zur nächsten "Tongan Feast" zu bringen, am Ene'io Beach. Tongan Style, zu viert gequetscht auf der Rückbank, hat er uns dann auch hingefahren und hat sogar auf uns gewartet, die ganze Zeit.
Der Strand ist (bei Sonne) auch so ein "pazifischer Traumstrand", wo wir dann auch erst einmal schnorcheln gegangen sind. Wasser war warm und so flach, dass man aufpassen musste, nicht an die Korallen zu stoßen. Und so viele Fische. Das war echt superschön. James & Hannah waren dann auch zum ersten Mal schnorcheln; das war ganz putzig zu beobachten...
 

Das Essen ging um 13 Uhr los; wir wurden alle begrüßt und willkommen geheißen. Außer uns waren noch 8 andere Leute dabei. War quasi wirklich familiär. Der Gastgeber (der war wohl 75 auch in Deutschland, sogar in Ostdeutschland über Checkpoint Charlie, wobei die Grenzbeamten da erst einmal nachgucken mussten, wo Tonga liegt *hihihi) hat noch ein bisschen von sich erzählt und zur Entstehung seines botanischen Gartens (den man natürlich sonntags nicht besuchen kann ;-)); nach dem Gebet wurde dann das Buffet eröffnet. 


Ganz typisch - ein Schweinchen gibt's immer und viel (rohen) Fisch - lecker, lecker, lecker
Diesmal war das sogar (obwohl wir so wenige waren) generalsstabsmäßig organisiert - nach Tischen. Fast deutsch, könnte man sagen.
The peoplez from our guesthouse :)

Random pictures

Danach wollten wir noch gucken, ob die "fishing pigs" (die ernähren sich nämlich von Fisch) noch am Wasser unterwegs waren, aber da Flut war, hatten die sich schon landratten-mäßig zurückgezogen.
Auf dem Rückweg haben wir (wieder) gefüllte Kirchen gesehen, da hat uns David erklärt, dass es eben auch einen "evening service" gibt. Also, man kann es auch übertreiben, finde ich.

Abends bin ich mit James & Hannah in das einzig geöffnete Restaurant (The dancing rooster) gegangen; die zeigen dann auch von 16.00-20.00 Uhr Filme, da die da ihre Reisebegleiter (ein amerikanisches Ehepaar; viel amerikanischer ginge es auch nicht mehr; von einer Wohltätigkeitsorganisation) zum Kennenlernen getroffen haben.

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