So, da war ich jetzt also, im "richtigen" Urlaub. Abflug am späten Nachmittag mit Virgin Australia (ich sage nur "Island Specials" :)); diesmal hatte ich mir sogar die Virgin-App runtergeladen, so dass ich Filme gucken konnte. Ok, auf meinem Handy mit Spider-App kommen die nicht ganz so gut, aber hier war es in der Tag mal gut, dass ich so ein großes Handy habe. Das geht an alle meine Spötter. Ha!
Ankunft am frühen Abend. Natürlich wieder an einem dieser Orte, die sich auf pazifischen Inseln "Flughäfen" schimpfen dürfen. Das sind ja meist nicht mehr als einfach Holzhäuser irgendwo in der Pampa. Aber mehr braucht man ja auch nicht...
Hab auch noch schön Sachen für meine Unterkunft aus dem Duty Free mitgebracht - ganz clever eigentlich, sich das von den Gästen mitbringen zu lassen... Kristina also im Königreich Tonga. "Malo e Lelei" heißt im Übrigen hallo, "Malo" Danke.
Abgeholt wurde ich von einem jungen Mädel, das im Vakalao Beach Resort abends arbeitet (und ansonsten in ner Schule), und auch selbst Besuch (aus Australien) erwartete. Was für mich bedeutete: Free Ride. Yeah!!! Da das Resort am anderen Ende der Insel lag, war der Weg ziemlich lang. Was auch daran liegt, dass man in Tonga, wie auch auf den anderen Inseln, auf denen ich bisher war, meistens nur 50 km/h fahren darf. Da kommt man einfach nicht vom Fleck. Ok, bei ein paar Straßenbelägen ist das wahrscheinlich besser so. In der "Stadt" haben wir für Geld und Take Away angehalten. Ich hab mich für den "Mega-Burger" entschieden, was dann ca. 6-8 Leute beschäftigt hat. Denen man beim "Arbeiten" auch die Schuhe hätte besohlen sollen. Eidernei. Ich hatte völlig vergessen, wie viele Leute hier immer jeweils in einem Laden arbeiten. Und dass die dann aber auch alle auf "Island Time" sind (die Zubereitung hat knapp ne halbe Stunde gedauert). Und leider, wegen oft geringer Schulbildung, auch mal den Taschenrechner brauchen um 50-28 zu rechnen. Jedenfalls muss man hier definitiv aktiv entschleunigen, sonst wird man hier auf die Dauer verrückt....
Danach ging's Richtung Resort; mittlerweile war es schon viertel vor neun und richtig schön dunkel. Und plötzlich, lief ein fettes, riesiges Schwein (die laufen hier frei rum) von rechts auf die Straße. BREEEEEEEMSEN!!! Aber ganz hat es nicht gereicht. KAWUMMS! Schwein getroffen. Jess (die Fahrerin) meinte dann sofort, dass sie im Rückspiegel gesehen hat, wie sich das Schwein um die eigene Achse gedreht hat und wieder aufgestanden ist. DEM ist also nicht wirklich was passiert. Nur dem Auto. Schön fette Delle im rechten Kotflügel; auch so, dass das schön am Reifen gerieben hat. Not bad. Das war aber auch ein Kawenzmann. Mit ein bisschen Blechbiegen sind wir dann aber doch zurück ins Resort gekommen. Und so hatten wir direkt die erste Geschichte zu erzählen.
Ich hatte einen Bungalow ganz für mich alleine; riesiges Zimmer, mit Blick auf den Ozean (ok, da war noch ein Stück Garten davor, aber ich will man nicht so sein):
Der Mega-Burger entpuppte sich tatsächlich auch als mega-hammer-mörder-Burger - der war, ungelogen, 15 cm hoch, mit ner Frikadelle, Steak, Bacon, Ei, Käse, Gurke, Tomate, Salat, Sauce usw. belegt. Ich hab sicherlich ausgesehen wie ein Schwein beim Essen. Aber hat mich ja keiner gesehen ;-). War ja dunkel...
Und der Sternenhimmel - ach, der was so toll - da hätte man auch locker draußen schlafen können...
Nachtruhe war nicht ganz so angesagt, weil meine Bungalow-Nachbarn es nicht so mit Rücksichtnahme hatten (megalaute Musik, Singen & Party), ich aber auch nicht aufstehen und die deutsche Spaßbremse spielen wollte. Mit Klopapier als Oropax ging das dann ganz ok... ok.. nicht wirklich... beim nächsten Mal steh ich auf...
Dafür wurde ich dann mit diesem Blick zum Frühstück entschädigt:
Auch hier im Übrigen wieder. 5 Angestellte bereiten den Saal für die abendliche "Island Night" vor. Da konnte man echt nicht zugucken. Das hätte ich denen in ner Stunde gemacht. Ehrlich. Island Time, Kristina, Island Time.
Die Frau, der das Resort (mit ihrem Ehemann) gehört, ist im Übrigen Halb-Deutsche; ihr Vater ist in den 70ern auf die Insel gekommen. Hat darüber auch Bücher geschrieben. Hans-Jürgen Briest aus Hessen. Für die, die es interessiert.
Und das ist der zugehörige Strand (da wusste ich noch nicht, dass es davon gar nicht so viele auf Tongatapu (der Hauptinsel) gibt...):
Für den Tag hatte ich eine Inselrundfahrt mit Toni gebucht. Da ich der einzige Gast war, was ja eigentlich gut ist (im Übrigen war das dann bei all meinen Aktivitäten so), hat die mich ein Vermögen gekostet (also danke noch einmal, liebe Geburtstagsgeschenkunterstützer!), aber was soll der Geiz, man ist ja im Zweifel nur einmal da. Toni, ein Engländer, lebt seit 25 Jahren auf der Insel, hat auch eine tonganische (ich weiß immer noch nicht, ob es das Wort gibt, but you know what I mean) Familie, und nen tonganischen Pass, aber für ihn sind Tonganer (selbes Problem) faul, kommen nicht aus dem Quark usw., so dass man manchmal auf der Fahrt das Gefühl hatte, er mag die eigentlich gar nicht. Na ja, aber das Wetter ist hier halt schöner als im Vereinigten Königreich. Toni kam auch einigermaßen pünktlich und musste auch erstmal klar stellen, dass er eben kein Deutscher wäre und seine Zeiten eher so als "-ish" zu verstehen seien. 9ish und so. Ah ja.
Das isser (und ja, wieder ich alleine mit nem alten Mann in schrottreifem Wagen :)):
Zuerst ging es ans nordwestliche Ende der Insel, durch ein paar Dörfer, in denen es, laut Toni, nicht wirklich was zu sehen gibt, außer Kirchen. Und davon stehen auf Tongatapu 330 (!!!). Aber nur christliche (jedweder Coleur), denn das ist die Voraussetzung, wenn man sich als Kirche in Tonga ansiedeln will. Buddhisten oder Islam-Gläubige wird man daher hier ehre nicht finden (zumindest nicht deren Gotteshäuser). In einem Dorf war gerade die Armee (jepp, Tonga hat ne Armee; ist sogar in der UN) dabei den (Altmetall-)Schrott (Berge davon) einzusammeln, da die Einwohner wegen des Zika-Virus (der konkrete Zusammenhang ist mir immer noch nicht ganz klar) aufräumen sollten. Finanziert wird die ganze Aktion von China, das im Übrigen auch die Straßen hier in Tonga baut bzw. aufbessert. Den Altmetall-Schrott nehmen die dann auch gleich per Schiff mit nach Hause. Win-win-win-win also. Toni meinte auch, es würden in ersten Linie auch Chinesen beim Straßenbau arbeiten, weil die Tonganer nach ner Woche meist keine Lust mehr hätten. Toni says.... Aber was in der Tat auffällig ist; die ganzen Läden am Straßenrand (in denen man alles kaufen kann, bis auf Obst/Gemüse/Fleisch, frischen Sachen also; Supermärkte gibbet hier nicht) werden in erster Linie von (unfreundlichen; wirklich, ich schwöre, ALLE) Chinesen betrieben. Und das sag ich jetzt nicht nur, weil ich bekanntermaßen kein großer Freund der chinesischen Damen und Herren (auf Reisen, Leute, auf Reisen!) bin.
Geschäfte:
Egal, zurück zur Tour. Am Nordende war es einigermaßen windig, wobei Toni da schon Angst vor Verkühlung hatte. Hier wird es nämlich auch im Winter nie kühler als 16° Celsius, wobei es bei 20 Grad schon Zeit ist Pullover und Socken anzuziehen. Weisste Bescheid.
Er hat mir ein bisschen was zur Lage Tongas erklärt (Tonga hat ne Fußform), über die Größe der Lagune, die Tongatapu umgibt (bis zu 4 km Ausdehnung) und es gibt nicht so viele Straßen. Ach ja, und Straßenschilder auch nicht. Damit hatte sich mein Plan mit dem Roller leihen auch erledigt; denn ich hatte auch irgendwann keine Ahnung mehr, wo ich mich befand. Und normalerweise ist meine Orientierung ja ganz gut (jepp, Eigenlob!). Konnte gerade so sagen, ob wir auf der "high side" (höhere Seite der Insel - ich höre schon Leute sagen, ach?) oder der "low side" (Lagunenlevel) waren. Die Hauptinsel Tongatapu hat ca. 70.000 Einwohner, 50 % von diesen leben in einem 5 km Radius von der Hauptstadt Nuku'alofa. Insgesamt sind es wohl 100.000 Einwohner. Viele Tonganer sterben jung, zwischen 25-40, insbesondere wegen "lifestyle diseases" (Diabetes und so). Was jetzt nicht wirklich verwundert, bei den Massen an Essen das die sich reinschaufeln. Und dann dazu noch schön viel mit Öl. Und dabei haben die hier alles frisch - so viel Obst und Gemüse. Kann man nur den Kopf schütteln. Das Gesundheitsministerium hat wohl ne Kampagne gestartet, dass sich jeder 30 Minuten am Tag bewegen soll; aber nachdem ich am Abend bei der Island Night den Gesundheitsminister gesehen hab, bin ich mir noch nicht mal so sicher, ob der sich selber dran hält.
Ok, zurück zur Tour :). Nächster Stopp: Surfer's Beach. Wobei es eigentlich quasi keine Wellen gibt. Und auch keine Surfer. Toni meinte dazu, dass, wenn sich in Tonga 8 Leute am Strand befinden, dass schon überfüllt ist. Tja, nix Palma hier, meine Lieben. Nur Palmen. Kalauer-Alarm!
Weiter ging's. Auf der ganzen Fahrt hat er mir immer wieder Pflanzen, Bäume und Blumen gezeigt, und erklärt, welche das sind (breadfruit, Noni-Baum, Melonen, Papaya, Cassava, yams) und was man mit denen machen kann. Grundsätzlich sind die Felder alle ziemlich wild bewachsen, das sieht nicht so aus, als würde da was wachsen, tut es aber. Und zwar ganzjährig. Die Erde ist wohl auch so fruchtbar, dass man innerhalb von 3 Wochen Wassermelonen ernten kann. Und die sind riesig.
Wenn man akkurate angelegte Felder sieht, sind das entweder die von dem chinesischen Buddy vom König (denn Land kaufen kann man in Tonga nicht, das gehört alles dem König) oder die von jemandem, der im Gefängnis war. Die lernen das da nämlich so und verkaufen ihren Ertrag auf einem "prison market" an der Straße.
Früher gab's auch mal ne Fledermauskolonie, jetzt hängen die nur so rum:
Das Haus eines Predigers - die einzigen zweistöckigen Häuser auf der Insel. Ja, ja, der "klerikale Adel". Das ist wohl überall auf der Welt so, wa...
Das erste richtige touristische Highlight (oppgepass, so viele gibbet davon hier nicht) waren die Blowholes. Sie werden auch "Mapu'a a Vaca", Pfeife des Königs, genannt. Nur, dass die an diesem Tage nicht so richtig Bock hatten, zu pusten. Die würden im Übrigen auch nicht so hoch "spucken" wie in Samoa, weil das keine Lavatunnel sind, sondern "einfache" durch Meer & Wind entstandene Ausbuchtungen. Was die wiederum von Samoa unterscheidt, weil man diese dann entlang der gesamten Küste findet und eben nicht nur an einer Stelle. Da waren auch ein paar Tische mit Souvenirs aufgebaut, aber die Damen & Herren haben keine Anstalten gemacht, sich unter den schattigen Bäumen hervorzubewegen. Die wussten ja nicht, dass da die "Queen of souvenirs" stand. Wobei ich wirklich, wirklich enttäuscht bin von Tonga, hinsichtlich der Souvenirlage. Da gibt es quasi nix, was man kaufen kann. Wirklich. Furchtbar...
Wenn man genau hinhört, kann man ein "puff" hören. Das ist der "Blowhole-Sound". Only that you know Bescheid:
Weiter an einem riesigen Areal vorbei; so haben Kokospalmen-Plantagen "in the old days" ausgesehen. "Normalos" haben nicht so viel Land, diese Plantage gehört allerdings dem Ehemann einer der Prinzessinnen, der da jetzt Rinder züchtet. Was auch irgendwie ein merkwürdiger Anblick ist - Kühe unter Palmen. Hey, cooler Titel eigentlich... Nur für was?!
Hier die einzige "Drei-Spitzen-Kokosnusspalme" der Welt (ja, man muss sich seine Sightseeing-Highlights schon hinbiegen...):
Vorbei an einem riesigen Mormonen-Areal (wovon es hier ne Menge gibt), gut zu erkennen am Obelisken, der sich am Gotteshaus gen Himmel streckt. Plus, laut Toni, dem "elphant-proof fence" rund um das Gelände, da die ersten Mormonen-Missionare wohl von Elefanten gejagt wurden und das so Eingang in den Baustil gehalten hat. Wenn das mal so stimmt. Könnte auch einfach sein, dass ihm die Geschichte so besser gefällt. Oder dass er so überhaupt ne Geschichte hat.
Jedenfalls gut bewacht, sogar der Wachmann-Plastikstuhl, den der von einer zur anderen Seite über die Straße mitgenommen hat. Na ja, was man hat, hat man, würde ich sagen.
Mormonische Bushaltestelle
Wenn man das Bild größer macht, kann man das "English only"-Schild besser erkennen... Das kommt wohl daher, da die Mormonen glauben, dass sie in 10 Jahren die Weltherrschaft übernehmen und dann jeder in der lage sein muss, Englisch zu sprechen. Weil... Ja, warum eigentlich?! Ich hab das da einfach so hingenommen.
Bei der ATM bekommt man im Übrigen mit ner Mormonen-Bankkarte 10 % mehr. Keine schlechte Idee eigentlich. Statt Kirchensteuer. Könnte man mal nach Rom schicken, die Idee.
Mittagspause im Keleti International Resort (ja, die Namen versprechen mehr, als man so erwarten kann - aber das ist sicherlich schon aufgefallen). Die Übernachtungsmöglichkeiten waren schon ziemlich runtergekommen, aber der Restaurantbereich war schön. Nur kommt hier, laut Toni, nie jemand hin, obwohl man tolle Sonnenuntergänge gucken könnte und dabei Bier trinken könnte (ein Traum!). Die Leutz gehen aber lieber in die Kneipe in die Stadt. Verrückt. Ist wahrscheinlich so. Wenn man das Panorama immer haben kann....
Denn hier gibt es auch den einzigen Strand, der in der Nähe der Hauptstadt ist (am Wochenende muss man 2 $ Eintritt bezahlen, ich hab mir das mit Mittagessen "erkauft"). Der Wellengang ist auch gar nicht so ohne. Da wurde man schon ganz gut hin und hergeschmissen. Musste man aufpassen, dass man da nicht gegen die Felsen geschleudert wurde. Aber paradiesisch isses schon. Finde ich.
Und sehr erfrischend.
Und der Fisch war auch formidabel (Kommentar Toni: you really are not from England, you are not taking chips???!!!):
Danach ging es zu den Tongan Alpes. Das hier ist as hügelig as it gonna gets.
Der Tongan Arch.
Angeblich hat Maui, ein tonganischer Halbgott, mit seinem Speer das Loch
gemacht. Laut Toni war das aber St. Patrick, der um die Welt gereist
ist, um die Schlangen zu verjagen, und dabei hat er mit seinem
Bischofsstab das Loch geschlagen. Den Stab hat er grundsätzlich genutzt,
um damit auf die Erde zu donnern und damit die Schlangen zu vertreiben.
Irgendwann wurde er aber angehalten, mal wieder seinem "richtigen" Job,
dem Bischof-Business, nachzugehen und nach Irland zurückzukehren. Dort
hat er dann noch ein Loch bis nach Neuseeland geschlagen, so dass dort
auch die Schlangen verschwanden. Australien hat er ausgelassen. Irgendwo
mussten die Schlange ja auch hin. Jedenfalls, long story short, gibt es
hier keine Landschlagngen. Und Toni selbst wartet noch darauf, dass
diese Geschichte Eingang in die Reiseführer findet.
Aber Spinnen gibt es:
Toni ist während meines Fotoshoots auch am Auto geblieben, weil es ihm schon einmal passiert ist, dass er selbst am Arch stand, während ihm Tonganer Sachen aus dem Auto geklaut haben. Weil die das lustig finden. Bei denen hieße das dann auch ausleihen, nicht stehlen.
Danach ging's zum höchsten Punkt der Insel. Angeblich hebt sich Tonga jedes Jahr 25 cm aus dem Meer. Aber einiges bricht dann auch wieder ab. So entstehen dann eben die blowholes und das Reef.
Kurzer Stopp an der ehemaligen Residenz (vom Bau her in der Form einer tonganischen Fale) von Queen Salote, in der jetzt Prinz Tongae (ein Neffe des jetzigen Königs) lebt. Die Könige heißen im Übrigen alle George. Die Familienverhältnisse waren was kompliziert. Der älteste Sohn von Queen Salote ist ohne Nachkommen verstorben, der mittlere wurde verstoßen, weil er erst eine Bürgerliche und dann eine Samoanerin geheiratet hat, und der jüngste ist jetzt König. George VI - king of his own right.
Kurzer Stopp beim Anahulu Cave, den man für 10 TOP besichtigen kann, wofür dann nämlich der Generator angeschmissen wird, damit das Licht angeht. Und begleitet wurde man von einem "local boy". Der da den ganzen Tag sitzt und auf Gäste wartet. Verrückt. Hier musste ich auch das erste Mal wieder meinen fiktiven Ehemann auspacken; der ist nämlich zu Hause und arbeitet. Nur, falls ihr euch gewundert habt.
Das ist auf jeden Fall ein unterirdisches Höhlensystem (natürlich komplett ungesichert und so, aber das wundert einen ja nicht wirklich; das Geländer bei den Blowholes war auch teilweise schon umgefallen und weggerostet), indem es auch einen großen Süßwasserpool gibt, in dem man baden kann. Was ich natürlich auch glatt gemacht hab.
Meine Begleitung ist auch zweimal von ziemlich gewagten Positionen ins Wasser gesprungen. Puh, das war mir ja nix...
Nächster Stopp: Ha'amonga Maui Trilithon. Der Legende nach soll der Halbgott dieses Steinmomument auf seinen Schultern von der Insel Wallis nach Tonga getragen haben - daher der Name dieses aus drei massiven, zusammen etwa 120 Tonnen schweren quaderförmigen Korallenblöcken: "Die Last des Maui".
Kölnig George IV hatte allerdings die Theorie, dass das Tor astronomischen Berechnungen diente, die dann Kanus Zeit und Weg wies, um sicher in See zu stechen. Am kürzesten Tag des Jahres steht nämlich die Sonne genau über dem oberen Stein, am längsten Tag steht der Gürtel des Orion genau über diesem. Also ein "navigational & time aid".
Dahinter liegt "the leaning rock", ein Stein, an dem angeblich der 11. Tui Tonga oft saß, um die Leute auf Abstand zu halten, und weil er Angst hatte, dass ihn jemand ermorden könnte (auf dem Foto im Hintergrund).
Die Tonganer sind im Übrigen auch ziemlich stolz darauf, dass Tonga "the first place in the world [is] to see the sun" oder "the place where time begins". Die "timeline" wurde nämlich von den Engländern extra mit einer Einbuchtung bei Tonga eingeführt. Insofern wird einfach ignoriert, dass Samoa die Zeitzone gewchselt hat. Gefühlt leben die Tonganer immer noch 24 Stunden vor denen. Weil das eben schon immer so war.
Grab von John Robert Alexander Johansson. Wer? Der beste Ukulele-Spieler der Welt. Zumindest wurde er auf einer Zusammenkunft von Ukulele-Spielern in Hawaii dazu gewählt, als die einfach nicht zu Potte kamen und er dann einfach angefangen hat, die Ukulele mit den Zähnen zu spielen, um mal zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat. Damit war die Entscheidung wohl klar.
Irgendwann hatten wir dann die "low side" der Insel erreicht und sind an der "Lagunenpromenade" entlang gefahren. Angeblich haben Anthropologen vor ein paar Jahren herausgefunden, dass Tonga die erste Insel im Südpazifik war, die besiedelt worden ist. Tonga war zu diesem Zeitpunkt nur der Name für "Süden", da diese Stelle eben die weiteste im Süden war, die besiedelt wurde.
Von dieser Küstenlinie aus wurden dann, laut Geschichte, die anderen Inseln besiedelt, indem man Leute in Kanus auf die Reise schickte, als Tonga irgendwann zu stark besiedelt war.
Laut Toni:
- the nasty ones to the Cook Islands and New Zealand
- the big, lazy ones to Samoa
- the feminine ones to French Polynesia
- the strong, young chiefs and warriors to Fischi to reign Fidschi
Vorletzter Stopp: Langis (Pyramidengräber). Rechteckige, aus Korallengestein, terrassenförmig angelegte Gräber verstorbener T'ui Tongas (Könige/Halbgötter). No touching, no climbing. So angelegt, damit diese wieder näher am Himmel waren.
Einer der letzten T'ui Tonga ist auch zum Christentum übergetreten und hat Tonga Gott geschenkt. Er selbst war dann "nur" für die Verwaltung des Landes im Hier und Jetzt verantwortlich. Und zack darf die Königsfamilie über alles Land bestimmen. Cleverle. Oder Käpsele (hab ich gelernt, neue Vokabel, ist schwäbisch; tja, ich bin halt multi-lingual... ;-)).
Einer der vielen Friedhöfe
Die Gräber sind im Übrigen pompös geschmückt, entweder mit Tapacloth, oder die stellen Plakate auf (siehe oben), aber zumindest bunt mit Plastikblumen (Toni: on an island with so many flowers!). Wenn man Teil seines Landes für einen Friedhof zur Verfügung stellt, bekommt man "Punkte im Himmel". Und um den nahe zu sein, sind die Erdhügel so hoch.
Später hab ich noch erzählt bekommen, dass es einen Friedhof gibt, wo mittlerweile ein Häuschen gebaut ist, wo die Angehörigen übernachten können, damit der Tote nicht so alleine ist.
Letzter Stopp: Capt'n Cooks Landing Site, wo er 1777 unter einem großen Bayanbaum sein Lager aufgeschlagen hat. Den Baum gibt es nicht mehr, nur noch ein Monument. Diese Stelle hat im Übrigen auch schon Queen Elizabeth besucht. Ich befand mich da also in bester Gesellschaft.
Hier noch ein paar Eindrücke von der Fahrt selbst:
Zurück war ich so um 17 Uhr. Und bin dann am Strand entlang vom Resort zum Surfer's Beach gelaufen. Hin ohne meine neu erworbenen Reef Shoes. Zurück dann aber mit. Dieser Korallensand schrappt doch ganz schön. Fast wäre ich von den Hunden einer dort badenden Familie "angefallen". Ok, nicht wirklich, die wollten nur spielen. Aber ich bin ja jetzt nicht so ein richtiger Hundefreund.
Jedenfalls gab's diverse bunte, gestreifte, gemusterte, große, kleine Fische. War echt cool. Am Ende war ich da ganz alleine, das war dann wiederum schon ein merkwürdiges Gefühl...
Hab ich schon lange nicht mehr gemacht - Urlaubsziele in den Sand gemalt:
Abends war dann "Island Night" angesagt. Sehr modern mitunter, mit Lightshow. Ich saß mit den zwei Australieren am Tisch, mit denen ich vom Flughafen gekommen war. Doors open um 19 Uhr, Beginn um 20.30 Uhr. Na toll. Da hing mein Magen schon am Boden. Ich glaube aber, das lag in erster Linie daran, dass einer der Prinzen zum Essen da war. Er und seine Entourage saßen an einem Extra-Tisch mit Hussen und mussten auch nicht zum Buffet gehen, sondern bekamen das Essen (auch ein ganzes Schweinchen) auf den Tisch gestellt. Einmo Prinz zu sinn....
Vor dem Essen wurde gebetet und dann wurde das Buffet geplündert. Mit Tellern, die sich gefühlt unter dem angehäuften Essen bogen. Die halten hier nix von mehrfach gehen. Wobei. Nicht wahr. Die sind trotzdem nochmal gegangen. War ja genug da. Aber sehr lecker war's.
Danach ging die Show los - da waren auch einige von den Mädels & Jungs dabei, die vorher serviert haben. Allround-Talente eben. Etwas befremdlich war nur das Pappen von Geldscheinen an die öligen Körper. Aber das macht man hier eben so.
Erfreut euch einfach an den Videos - so viel erzählen kann ich dazu eh nicht. Ich hab ja mehr gestarrt ;-).
Der, von dem man nur den Hinterkopf sieht, ist der Prinz:
Island Night - the modern way
Nur die Damen:
Alle Männer zusammen - der jüngste davon ist 8 (seit zwei Jahren :))
Kriegertanz
Ein Tanz aus Hawaii
Hawaiianischer Feuertanz - Männer
DAS FINALE (1)
DAS FINALE (2)
THE CROWD
Zum Schluss gab's noch ne Blumenkette (die die Tänzer vorher getragen haben; echte Blumen!) und für unseren Tisch noch ne Einladung zum Lagerfeuer mit den Tänzerinnen und Tänzer. Aber die alte Frau war kaputt. Und musste um 5.30 Uhr aufstehen.
PS: Hab ich euch schon meine neueste Errungenschaft (auf Rat Valentynas) gezeigt. Mosquito-Armbänder. Die sollen die Biester abhalten. Haben sie in der Armgegend auch getan; nur die Beine waren wirklich, wirklich zerstochen (und ja, das trotz repellent, liebe Mutter). Aber bisher keine Anzeichen von Zika-Virus-Symptomen. Ich hatte ja auch nicht vor, in den nächsten drei Monaten schwanger zu werden. Insofern...
PPS: Noch was zur Allgemeinbildung - Die Republik Minerva (aus Dumont-Reiseführer)
Weit im Südwesten von Tongatapu liegen die beiden unbewohnten Minerva-Riffe. Von Tonga liegen sie rund 500 km, von Fidschi etwa 300 km entfernt. Namesgeber war der Walfänger Minerva, der 1829 am südlichen Riff strandete.
Auf einem dieser beiden, einst vollständig unterhalb der Wasseroberfläche ligenden Korallenblöcke ließ eines Tages Michael J. Oliver, ein amerikanischer Immobilienunternehmer und Millionär, Sand asu dem fernen Australien abladen. Anschließend wurde die Unabhängigkeit der künstlichen Insel, eben jener Republik Minverva, ausgerufen, eine Flagge gehisst und eine eigene Währung, der Minerva-Dollar, ausgegeben. Ach ja, die Anrainerstaaten setzte man auch noch von der Existenz der Mikro-Nation in Kenntnis.
Dies alles geschah im Jahr 1972. Im folgenden Monat erfurh die Weltöffentlichkeit, dass ein gewisser Morris C. Davis als Staatsoberhaupt und Regierungschef Minervas fungiere. Die aktuelle Staatsfläche der aufgeschütteten Republik gab man mit 0,0082 Quadratkilometern an. In Planung war der Bau einer Stadt namens Sea City für rund 30 000 Einwohner.
Kurz darauf trafen sich die Vertreter der Nachbarstaaten und konferierten über die ungewöhlichen Ereignisse. Einzig Tonga erhob Anspruch auf die beiden Riffe. George IV erklärte im Amtsblatt sowohl das nördliche als auch das südliche Minerva-Riff, von ihm Teleki Tonga und Teleki Tokelau genannt, höchst offiziell zu seinem Reich gehörend. Danach sandte er postwendend Soldaten, die alle weiteren Baumaßnahmen beendeten. Nach einigem Hin und Her erkannten die Mitglieder des Südpazifikforums schließlich die Ansprüche Tongas an. Mister Oliver entließ den Präsidenten "seiner" Republik und es kehrte erst einmal Ruhe ein.
Zehn Jahre später annektierte eine Gruppe Amerikaner, unter ihnen der einst abgesetzte Staatschef, das aufgeschüttete Fleckchen Sand. Der König von Tonga schickte erneut seine Streitkräfte, die die Besetzer wiederum des Riffes verwiesen.
Doch nun erkannte auch der Nachbar Fidschi die Bedeutung dieser Riffe weit draußen im Meer. In jenen Tagen nämlich hatte man begonnen, die UN-Seerechtskonvention neu zu regeln. Inselstaaten mit nur einen minimalen Landfläche konnten nun riesige Seemeilen-Zonen, sprich: Wirtschaftszonen erhalten, weil deren Ausdehnung von den äußersten Inseln berechnet wurde. Bereits seit Generationen, so die Fidschianer, würden die Riffe von den Fischern der Lau-Inseln als Fangplatz genutzt.
Man darf gespannt sein auf die Fortsetzung der Geschichten rund um Minerva. Derzeit liegen den Vereinten Nationen Anträge von Tonga und Fische sowie mittlerweile auch von Neuseeland und der Gruppe "Fürstentum" Minerva rund um einen gewissen Prinz Calvon mit der Bitte um Klärung der territorialen Ansprüche vor.
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