Wetter: Ja, doch, man merkt, dass der Herbst kommt. Ist doch ziemlich abgekühlt. Wenn die Sonne draußen ist, brennt es allerdings doch noch ganz gut.
Sporteinheiten: 1 (+ die 1000 Treppenstufen am Mt. Manaia - ich finde, die zählen auch)
Zeit im Wasser: 1 Stunde
gelesene Bücher: ./. (das Buch, was ich gerade lese, ziiiiiiiiiiiiieht sich ein wenig)
Ok, boys and girls, schon wieder ist eine Woche rum. Freitag waren wir gar nicht an der Uni, nur Dominik ist mit dem Bus hingefahren (obwohl der hätte (!) das Auto haben dürfen - was sagt uns das?). Anscheinend war da die Wasserversorgung wieder im Lot.
Franziska hat mich dann netterweise (das dann doch - wurde aber mit Einkaufen verbunden) zum Car Rental, das in der Nähe von der Uni war, gefahren. Diesmal hatte ich mich ja für das Mit-Mieten eines Navis entschieden - hat da auch nur 5 NZD/Tag gekostet ;-). Ich finde das ist dann durchaus angemessen. Allerdings hatten die an der Rental Station dann kein Navi da. Großes Kino. Ob ich denn bei der Rental Station in Downtown Auckland vorbei fahren könnte? Nope, ich war ja in die andere Richtung unterwegs. Da meinte der Chef nur, ich sollte einen Moment warten, er würde grad eins kaufen fahren. Krass, oder?! Typisch Kiwis. Der ist dann auch los, wobei er ein bisschen rumkurven musste, da das Einkaufszentrum direkt in der Nähe komplett (wegen fehlender Wasserzufuhr/-schaden) geschlossen war. Hat dann wohl doch nicht nur die Uni betroffen. Die Schließung galt übrigens für alle Geschäfte da im Umkreis, was ich mit Verärgerung zur Kenntnis nehmen musste, als ich eigentlich vor dem Start ins Northland nochmal bei Mäckes vorbei wollte. Buuuuh! Egal, hab dann einfach auf der Strecke bei einem angehalten. Nicht mit mir, Freunde, nicht mit mir. Wenn ich mir erst einmal was in den Kopf gesetzt habe, essenstechnisch, da ist da nicht so leicht von abzugehen...
Erster Stopp: Ruakaka Beach. Die Navi-Kauf-Aktion hatte sich allerdings so lange hingezogen, dass es hier, anstatt des längeren geplanten Aufenthaltes, nur für einen kurzen Hüpfer ins Wasser gereicht hat. Ich war ja noch nicht am Tages-Zielort angekommen. Schade eigentlich. Aber ist ein ziemlich cooler Strand. Nur keine Surfer da :(. Wenn einmal der Wurm drin ist, ne, ich sach et euch....
War auch ein bisschen windig - aber das war bei der "Frisur" an dem Tag eh egal:
Nach diesem kurzen Stopp ging es weiter nach Whangarei. Das Motel war ganz ok, kein Riesen-Knaller, aber mit SKY (und mit Herz für Tiere - da waren auch echt einige Hunde-Besitzer am Start). Da hab ich mir dann abends beim Thai-Take Away (bin ich sogar hingelaufen, statt mit dem Auto zu fahren - *schulterklopf) noch "Sex and the City - The Movie 2" reingezogen. Dabei hatte ich ein bisschen Geruchspanik, weil ich auf nem Zettel im Zimmer gelesen hab, dass man da kein Curry oder was ähnlich streng Riechendes kochen soll. Ok, gekocht habe ich ja nicht, aber so ein rotes Curry ist eben auch nicht geruchsneutral. Also hab ich es erst mal in der Tüte vor die Tür gestellt. Da, hab ich gedacht, könnte es aber auch Leute stören bzw. der Motel-Chef könnte das doof finden. Also ich in der Werbe-Pause, raus, und nen Mülleimer gesucht. Musste ich sogar auf die andere Straßenseite. Völlig blöd eigentlich. Aber man weiß ja nie. Im Nachhinhein wäre es auch egal gewesen. Der hatte mein Kreditkartendetails eh nicht ;-).
Hab dann im Café Narnia gefrühstückt und zwar "grüne Eier". Das war nämlich "on special". Letztlich waren das pochierte Eier mit grüner Soße. Eigentlich ganz lecker. Und auch ziemlich (sehr) sättigend. Aber die Energie konnte ich gut gebrauchen....
Denn dann bin ich Richtung Whangarei Heads los - zum Mount Manaia. Das sollte ein ganz schöner Walk sein. Ja, war es auch. Aber ich hätte nicht gedacht, dass der doch einigermaßen anstrengend ist (hatte bis Montag Muskelkater in den Waden und oben auf den Oberschenkeln).
Da oben sollte es hoch gehen
Manaia ist, natürlich, ein ehemaliger Vulkan. Die Stein-Gipfel sind die verwitterten und erodierten Überbleibsel der steilen oberen Flanken des ehemaligen Vulkans. Die Maori des Northland haben dafür natürlich eine poetischere Erklärung (siehe auch unten). Der größte Turm ist Manaia, der Vorfahre, der alle Stämme des Northlands verbindet. Die kleineren Türme sind Manaias Frau und seine Kinder. Weiter unten findet sich Paeko, der Sklave, der von Manai aus Zorn vom Gipfel des Berges gestoßen wurde. Paeko rächte sich, indem er gegen Manaia einen Fluch ausstieß, der alle zu Stein werden ließ.
Da seid ihr jetzt schlauer.
Aber erst einmal ein bisschen die Aussicht vom Denkmal der ersten Siedler von Whangerei Heads. Schon mal sehr schön:
"The sculptures standing here represent the third Manaia, his wife and their children. Through these three children, the tribes of the West and East coasts were forever unified. It is said that Manaia is the tap root of all tribes throughout Northland."
Auf dem Weg nach oben gab es schon einmal sehr vielversprechende Impressionen.
Wer sieht den Vogelkopf?!
Und 1.113 (!!!!!) Stufen später, kaum Luft bekommend, war ich dann oben. Ich hatte mich aber auch irgendwie darauf eingestellt, dass die auf dem Schild angegebenen Laufzeit (2 Stunden) sicherlich viel zu hoch gegriffen sei. Bei tripadvisor z.B. stand, dass da ein 61jähriger locker in 45 Minuten oben gewesen ist. Ja, vielleicht hatten die vergessen zu erwähnen, dass das ein 61jähriger Marathoni war. Oder ein ehemaliger Hochleistungssportler. Oder so. Mal ehrlich. Wie soll man denn das schaffen....
Mich hat dann auch ein älteres Ehepaar überholt (shame on me), aber die sahen auch wirklich sehr sportlich aus. Dafür hab ich eine Frau mit ihrem Kind, nachdem die mich überholt hatten, irgendwann wieder eingeholt. Denn auch beim Stufenerklimmen wie beim Laufen gilt die alte Regel - bloß am Anfang nicht übertreiben. Das rächt sich.
Der Blick hat am Ende aber mehr als entschädigt:
Über ein eigens angelegtes Holzgerüst ging es zum Gipfel - einem heiligen Ort für Maori.
Mit 360 Grad-Blick:
Dort erreicht mich ein Anruf von einer Tour, die ich gerne gemacht hätte, die aber nur gegangen wäre, hätten sich 2 Leute angemeldet, was bis zu diesem Zeitpunkt nicht der Fall war. Dann hatten sich aber offenbar noch 2 Leute für die Tour eingebucht. Voll gut :). Hat natürlich meine Pläne etwas über den Haufen geworfen, aber so be it.
Hier noch einmal ein Blick auf den Berg von der Straße aus - da war ich ganz schön stolz wie Bolle... So sieht das nämlich so aus, als bräuchte man wirklich nen Tag da rauf.... (bzw. das bilde ich mir ein, dass das so aussieht).
Und wegen Zeitmangel dann nur ein kurzer Stopp am Ocean Beach.
Da war auch wellenmäßig einiges los. Aber wieder keine Surfer - was ist da los mit denen? Mal ehrlich. Da will man gucken, und keiner da...
Kann natürlich auch an Zyklon "Pam" gelegen haben, der zu diesem Zeitpunkt schon Vanuatu zerstört hatte und Richtung Neuseeland unterwegs war. Ach ja, vielen Dank, dass ihr euch alle Sorgen gemacht habt ;-). Ach nein, hat ja keiner...
Na ja, ist auf jeden Fall ein cooler Strand und ich wäre gerne was länger geblieben. Aber ich hatte ja, wie immer, keine Zeit. Denn da im Northland ziehen sich die Strecken ganz schön (kurvige Straßen).
Noch ein paar Eindrücke vom weiteren Weg.... Grundsätzlich glaube ich, dass man es sich hier schon ziemlich gut gehen lassen kann in der Gegend. Überall so kleine gechillte Buchten, schöne Strände...
Das Wasser ist da so megaklar... Hammer!
Mein Zeitmanagement an diesem Tag war auch so erstklassig (ja, ab und an muss ich mich auch einfach mal selber loben), dass ich 5 Minuten vor dem Beginn einer Führung in die Kawiti Glühwürmchen (ich hab hier übrigens gerade erst Glühwein statt Glühwürmchen geschrieben; sollte das mit dem Alkoholentzug doch noch einmal überdenken)-Höhle dort ankam. Da aber der Guide ständig den Parkplatz im Blick hatte, wurde aus der zu diesem Zeitpunkt kleinen Gruppen von 3 Leuten, mehr und immer mehr. Weil, warum sollte man los gehen, wenn die Chance besteht, dass noch einer kommt. Und dann vielleicht noch einer. Und die Leute, die kamen, haben sich in einer unglaublich langsamen Geschwindigkeit bewegt. Boah. Ich dachte, ich mach denen gleich Beine... Und dafür hatte ich meine letzten NZD 20 zusammengekratzt (mir war schon lange keine ATM mehr untergekommen auf dem Weg).. Der Guide meinte dazu: "You really wanna do the tour". Ja, will ich. Aber ich will nicht 20 Minuten warten bis der letzte Hans Gans da seine Aufwartung macht. Mal ehrlich. Müssen die halt auf die nächste Tour warten. ICH HABE DOCH KEINE ZEIT...
Leider darf man da keine Fotos/Videos machen (schade, sehr schade), aber teilweise sieht es dort so aus:
Dafür kann ich euch um so mehr mit Informationen langweilen, die der Guide uns gegeben hat:
- Die Höhle ist ca. 20 Meter lang und in Teilen bis zu 15 Meter hoch
- Es gibt dort ca. 10.000 Glühwürmchen (nein, gezählt hat er sie nicht; den Witz hat er sicherlich auch nicht zum ersten Mal gehört)
- Die Höhle wurde vor 350 Jahren entdeckt, als eine Maori-Frau, von Rauch, der aus der Höhle stieg, angelockt wurde und dort ein Maori-Mädchen fand, dass vor seinem Mann weggelaufen war und sich dort versteckte.
- Gibt ganz viele Stalaktiten (ihr wisst, wie man sich das merkt, ne?! Ich sach nur Schwerkraft!!) und Stalakmiten. Die sind teilweise 1000 Jahre alt und wachsen weiterhin
- Die Anordnung der Glühwürmchen in der Höhle ist so wie bei der Milchstraße. Das ist schon ziemlich beeindruckend.
- Grundsätzlich sind Glühwürmchen 11 Monate ihres Lebens Wurm. Da spinnen die sich einen Schlauch und wachsen bis zu 2,5 cm. Am Schlauch selbst lassen sie Fäden hängen, die relativ lang nach unten hängen können. Dort verfangen sich dann Motten, Fliegen etc. Essen also. Nach den 11 Monaten dann Kokon, dann halbieren sie sich um die Hälfte und entschwinden dem Kokon als Fliege. So leben sie aber nur 3 Tage, dann sterben sie. Sie haben also nur kurz Zeit, einen Partner zu finden und (einige hundert) Eier zu legen.
- Die Eier werden übrigens nur in einem bestimmten Areal abgelegt; anscheinend sind Glühwürmchen im Allgemeinen sehr territorial und beißen andere weg, wenn die ihrem Hood zu nahe kommen.
- Wenn die übrigens sehr hell glühen (was eine chemische Reaktion ist), haben sie gerade Hunger
Dann musste ich tatsächlich mal ein bisschen Gummi geben, denn zur Twilight Encounter-Tour im Kauri-Wald musste ich um 17.45 Uhr in Omapere sein. Davor wollte ich aber noch bei meinem B&B vorbei, um Sachen da zu lassen und den Schlüssel zu holen. Denn da Kiwis ziemliche Früh-zu-Bett-Geher sind (was mir ja grundsätzlich gut zupass kommt), wäre der Mann sicherlich nicht mehr wach gewesen, wenn ich, wie von der Tour angekündigt, erst um halb elf da eingetrudelt wäre. Hab's natürlich auch erstmal nicht gefunden und bin zweimal im Kreis gefahren. War aber auch gut so, dass ich da aufgekreuzt bin - der wollte mein Zimmer schon an irgendwelche Leute, die da vorbeikamen und gefragt haben, geben.
Die genaue Adresse, wo die Tour starten sollte, hatte ich natürlich auch nicht. Also bin ich erstmal durch Omapere gegurkt - dabei aber diesen schönen Blick auf die Sanddünen am anderen Ende des Hokianga Harbour erhascht.
Hab das, natürlich, auch nicht direkt gefunden, und musste bei der Tankstelle fragen. Und natürlich war das genau nebenan im Hotel. War ja klar. Die haben mich wahrscheinlich auch für völlig dappig gehalten. Ich hab mich dann angemeldet und bezahlt, und dann wurde auf die anderen zwei Angemeldeten gewartet. Und gewartet.... Die waren offensichtlich in dem Hotel untergekommen, gingen aber weder in ihrem Zimmer ans Telefon, noch waren die im Restaurant zu finden. Anscheinend hatten sie den Aufenthalt und die Tour auch bei einem Radio-Gewinnspiel gewonnen. Die Rezeptionistin hat dann rausgefunden, dass die sich für 19.00 Uhr einen Tisch für Dinner gebucht hatten, was ja darauf hinwies, dass die wohl nicht mit zur Tour wollten. Tja, bei vielen Tourveranstaltern wäre das ein Grund, die Tour zu canceln, aber die Kiwis sind da irgendwie anders. Da es ja nicht meine Schuld sei, dass die nicht gekommen seien, würde die Tour für mich alleine gemacht. Cool, oder? Exklusiv für Kleini, *freufreufreu. Vorher hab ich mir dann noch aus der Footprints Waipoua (http://www.footprintswaipoua.co.nz/)-Speisekarte (3 Gerichte) was ausgesucht, denn der Kiwi an sich isst ja nicht nach 21 Uhr (da gibt es dann in kleinen Orten wirklich nix mehr zu essen). Das würde dann für mich fertig gemacht, wenn ich nach der Tour wiederkäme. Very considerate.
Ich also bei Bill (seinen Maori-Namen hab ich mir leider nicht gemerkt) in den Van und ab ging's. Aber erstmal Fotostopp mit Geschichten über Hokianga Harbor.
Hier soll nämlich Kupe, der Entdecker und Vorfahre aller Maori-Stämme, gelandet sein und gesiedelt haben (gut, davon gibt es übrigens mehrere Versionen, siehe hier: http://www.history-nz.org/discovery.html). Er gab Neuseeland auch seinen Maori-Namen Aotearoa - Land der großen weißen Wolke. Kupe hat sich nach der Entdeckung wohl auch hier niedergelassen, bevor er im hohen Alter zurück in das Land ging, aus dem er kam (wohl vor ca. 1000 Jahren). Am Zugang zum Hokianga Harbour sind auch ziemliche tricky Sandbänke; die Maori glauben jedoch, dass der Zugang geschützt wird - ein Waka (Maori-Kanu) ist dort jedenfalls noch nie untergegangen, ganz im Gegensatz wohl zu normalen Schiffen von Weißen.
Bill hat für die Tour natürlich eine gewisse Abfolge, die er am Anfang ziemlich automatisch abgespult hat. Denn eigentlich hatte ich mich schon vorgestellt, aber nachdem er sich während der Fahrt genauer vorgestellt hatte (kommt ursprünglich aus der Gegend, ist dann zum Arbeiten gen Auckland gezogen, hat da auf dem Bau gearbeitet, u.a. auch an dem Gebäude der Massey University - ja auch die Welt in Neuseeland ist klein, vor knapp 10 Jahren ist er wieder zurück gekommen, um näher bei der Familie zu sein), sollte ich mich noch einmal vorstellen, was ich mache, woher ich komme, wer ich bin. Weil das da so vorgesehen war. Na jut. Ich bin ja nicht so. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon mehrfach "Kiao Ora; Welcome Kristina" gesagt. Das sollte sich im Laufe des Abends auch noch mehrfach wiederholen. Aber ich habe so den leisen Verdacht, dass er das auch deshalb so oft wiederholt hat, damit er meinen Namen nicht vergisst ;-).
Anyway, auf dem Weg sind wir an dem ein oder anderen plattgefahrenen Opossum vorbeigefahren (die findet man hier ständig auf den Straßen). Das ist auch das einzige Tier, bei dem es offiziell erlaubt ist (und man dazu ermutigt wird), schön drauf zu halten, weil das ein eingeschleppter Räuber ist, der z.B. Bäume nach und nach kahl frisst. Wenn man genau drauf achtet, sieht man auch, dass die Enden der Äste vieler Bäume kahl sind. Ziemliche Plage, diese Dinger. Aber deren Fell macht auch schöne Mützen, Socken, etc. Daher sollte man die besser fangen und denen dann das Fell über die Ohren ziehen.
Die Footprints-Tour gibt es seit ca. 15 Jahren, sie versuchen auch, Jugendliche für diese Art von Tourismus auszubilden (Voraussetzung: Man muss Maori und die Geschichte, Gebete, Legenden können), da die Arbeitslosigkeit in dieser Gegend sehr hoch ist. Hat bei den von ihm ausgebildeten Jungs wohl nicht so gut funktioniert, aber Bill hat wohl auch 2 Mädels ausgebildet, die die Touren jetzt in Teilen übernehmen.
Jetzt aber mal zum Thema der Tour (endlich!!!). Früher war in der Gegend dort das Land komplett mit Kauri-Bäumen bedeckt. Die Siedler haben diese wegen des perfekten Holzes abgeholzt und so ist der Wald nach und nach verschwunden. Nun sind 98 % weg, die verbleibenden 2 % machen ca. 9000 Hektar aus. Da kann man sich die ursprünglichen Dimensionen ziemlich gut vorstellen. Und nun ist es die Aufgabe, gerade diese verbliebenen 2 % zu bewahren, so die Philosophie.
Richtig spricht man Kauri übrigens statt mit r mit d (also so: "Cody" - aber das dann schnell). Ähnlich ist das dann übrigens auch mit dem Wort Maori.
Auf dem Weg hat Bill mir Vogelstimmen auf einer CD vorgespielt, vom Tui, vom männlichen und weiblichen Kiwi und den vierten hab ich vergessen. Der männliche Kiwi hat übrigens eine sehr hohe Stimme, während die des weiblichen Kiwis ziemlich dunkel und tief ist. Lustig irgendwie. Hätte man sich ja andersherum vorgestellt.
Als wir in den Wald eingefahren sind, hat Bill uns diesem angekündigt. Als wir dann am ersten Stopp waren, hat er ein Gebet gesprochen. Dies macht man so, wenn man eine "Reise" beginnt.
Bevor man den Wald betritt, muss man übrigens sehr gut seine Schuhe säubern, weil die Kauri-Bäume seit einiger Zeit an einer Kauri-Disease unbekannten Ursprungs und mit nicht bekannter "Heilung" zu Grunde gehen. Dies soll sicher stellen, dass man nichts mit hinein und am Ende (wo man die Schuhe noch einmal abbürstet und desinfiziert) nichts weiter verbreitet. Deswegen werden auch leider keine Baumpflanzungen mehr vorgenommen, früher konnte man nämlich eine junge Pflanze kaufen und die einpflanzen und diese dann über GPS bebachten. Da man aber nicht weiß, ob diese jungen Pflanzen schon bereits von der Kauri-Disease befallen sind, hat man das eingestellt. Schade eigentlich.
Zuerst hat er mir das Konzept von niedriger - mittlerer - höherer Baumhöhe erklärt, was für die späteren Erklärungen zum Kauri relevant war. Dann hat er mir noch ein paar Heilsträucher und -pflanzen am Wegesrand erklärt, z.B. den "tea tree" oder einen Strauch mit giftigen Blättern, der aber bei richtiger Anwendung heilende Kräfte haben kann. Denn laut Bills Mutter kann man die Blätter verwenden, indem man die auf Mullbinden schmiert, was dann Rippen- und Knochenbrüche und sonstige schweren Bruises heilen soll (ich bin da was skeptisch). Allerdings darf man das auf keinen Fall auf offene Wunden legen, weil das einen dann vergiftet, wenn es ins Blut gelangt.
Nach der Anwendung wird das Zeug und die Mullbinden verbuddelt, denn man soll keine Dinge, die man aus der Natur genommen hat, verbrennen oder vernichten, sondern Mutter Natur wieder zurück geben. Die weiß dann damit schon etwas anzufangen.
Das ist sowieso eine allgemeine Einstellung der Maori. So werden z.B. Bäume, die umfallen, nicht aus dem Wald entfernt, sondern bleiben (wenn sie nicht gerade direkt über dem Weg liegen) im Wald liegen um als Biotop für neue Pflanzen (=neues Leben) zu dienen. So entsteht aus Tod Leben. Wie Bill es formulierte.
Der Kauribaum, Agathis australis, ist der größte und berühmteste der in Neuseeland beheimateten Bäume. Er gehört zur Art der Koniferen bzw. Pinien und wächst im subtropischen nördlichen Teil der Nordinsel. Kauriwälder zeichnen sich durch ihr besonders dichtes und üppiges Unterholz aus, in dem kleine Bäume, Büsche, Farne, Moose, Flechten, Epiphyten und Lianen zu finden sind.
Die ersten Vorfahren des Kauri tauchten in der Jurazeit vor 135 bis 190 Millionen Jahren auf. Die Kauri-Wälder gehören damit zu den ältesten der Welt.
Der junge Kauribaum besitzt einen schlanken kegelförmigen Stamm mit Ästen, die sich über seine gesamte Länge verteilen. Kauris wachsen dem Licht entgegen, danach wachsen sie nicht mehr in die Höhe, sondern in die Breite. Insofern wird "tallness" (also wer ist der größte Baum?) nicht über die Höhe bestimmt, sondern über die Kubikmeter timber (also das Volumen), die der Stamm bis zum ersten Ast hat.
Mit zunehmender Höhe werden die unteren Äste nach und nach abgeworfen, während sich die obersten Äste irgendwann zu einer dichten breiten Krone ausbilden, die alle anderen Bäume überragt und den Wald dominiert. Der Kauri wirft seine Äste auch so ab, dass der "knot", der eigentlich ein Loch im Holz hinterlassen würde, mit am Ast bleibt. Dementsprechend hat das Holz dann keine "Löcher", was es um so wertvoller und begehrter macht, weil es eben komplett eben ist. Der Stamm wächst also so zunehmend zu einer mächtigen astlosen Säule heran. Ein Kauri-Baum wächst ca. 1,2 mm pro Jahr.
Hier zeigt Bill die Spuren/Kerben der Sporen, die die Gumdigger hinterlassen haben ("Narben"). Die ersten, die die Bäume so ausgebeutet haben (Tree Bleeding) waren Kroaten. Ein Kauri in dem Wald ist auch nach einem Kroaten benannt, der die größten Kauris entdeckt haben soll. Laut Bill ist das aber falsch, da die Kauris immer schon da waren und nicht "gefunden" werden mussten. Der größte Räuber an der Natur, so zeigt sich an diesem Beispiel, sei sowieso der Mensch.
Die männlichen und die weiblichen Zapfen - ratet mal, welche welche sind ;-)
Sowohl weibliche als auch männliche Zapfen am selben Baum sichern die Fortpflanzung. Die Befruchtung der Samen kann entweder durch Pollen desselben oder eines anderen Baums erfolgen. Die weiblichen Zapfen sind erst nach zwei Jahren reif. Die weiblichen Zapfen sind momentan auch kurz davor zu explodieren. Dann hört man ganz viel "Plopp, Plopp" im Wald ;-). Wenn die Zapfen aufgehen, werden die Flugsamen vom Wind weitergetragen. Die männlichen Zapfen haben dann 48 Stunden um die Fortpflanzung vorzunehmen...
Die zwei kleinen Pflänzchen sind Kauri-Bäume. Wie alt die sind?
2 Jahre!! Krass, oder?!
Von den Bäumen hängen solche Lianen (Parasiten), die von oben nach unten wachsen; diese Lianen schlingen sich um den Baum und im schlechtesten Fall legen sie sich um den Stamm und erwürgen den Baum. Diese Parasiten können sich sogar zu richtigen Ästen auswachsen (siehe unten; der linke Stamm war mal der Parasit).
Die "Four Sisters" sind vier Bäume, die direkt nebeneinander wachsen, was sehr ungewöhnlich ist. Erklärt wird das dadurch, dass die wohl von den Samen ein und desselben Baumes stammen und deshalb die gleiche DNA teilen und sich daher "miteinander verstehen".
The Four Sisters
Die Rinde von Kauri-Bäumen schält sich übrigens in dicken Flocken verschiedener Größe, so dass der Baum von Epiphyten (also Moos und so) freigehalten wird. Diese sehen ein bisschen so aus wie Fischschuppen.
Hierzu erzählen die Maori folgende Geschichte:
Einmal kam ein Wal in den Hokianga Harbour geschwommen und sah einen großen, mächtigen Kauri am Ufer stehen. Er fragte ihn, du Gigant des Waldes, möchtest du nicht auch einmal ein Gigant des Meeres sein, so wie ich? Der Kauri-Baum wollte das zu gerne, wandte aber ein, dass er keine Schuppen wie der Wal habe, mit denen er ins Wasser gehen könnte. Da entledigte sich der Wal seiner Schuppen/seiner Haut und gab sie dem Kauri. Bevor der Kauri aber ins Wasser stieg, schaute er noch einmal zurück und sah seine Familie und seine Freunde. Da sagte er zum Wal, er könne leider nicht mit ihm gehen, weil er diese nicht verlassen wolle. Seitdem, so sagt man, wirft der Kauri seine Rinde in Schuppenform ab, während der Wal keine Schuppen, sondern glatte Haut hat.
Dann ging es auf zu "Te Matua Nghaere" - dem "Vater des Waldes".
Auf dem Weg dahin bat mich Bill hinter ihm herzulaufen, mit gesenktem Blick, weil am Ende des Stegs eine Überraschung auf mich warten würde. Am Ende war es dann ein Kauri-Baum, den er mir zeigte, der ca. 1000 Jahre alt war.
"The Short" - Poto
Der "Vater des Waldes" ist schätzungsweise 3000 Jahre alt und damit der älteste Kauri, der noch steht. Der Baum hat einen Durchmesser von 5 Metern und ist damit breiter als Tane Mahuta (der Gott des Waldes). Der Stamm ist allerdings ist mit 10,2 Metern wesentlich kürzer (208 Kubikmeter Volumen), insgesamt ist er 29,9 Meter hoch. Der Umfang ist 16,4 Meter.
Auf dem Weg zurück hat er mir noch die Höhlen von Kiwis, die unter Baumstämmen sind, gezeigt. Diese Höhle(n) haben auch meist mehrere Ein- und Ausgänge, damit, falls ein Räuber vorne reinkommt, man hinten raus fliehen kann. Kiwis suchen sich übrigens Partner fürs Leben. Die Kiwi-Eier sind fast so groß wie Straußeneier. Er hat mir auch eine Röntgenaufnahme von einem schwangeren Kiwi gezeigt. Das ist anscheinend so groß, das Ei im Körper, als wenn ein Mensch ein 10 Kilo-Baby bekäme. Uiuiuiui. Und das machen die zweimal im Jahr...
Hier hat er mir dann auch die Geschichte erzählt, wie der Kiwi sein Augenlicht und seine Fähigkeit zu fliegen verlor. Eines Tages kam Tane Mahuta in den Wald und alle seine Kinder, die Bäume, weinten. Er fragte, was los sein und diese antworteten, sie würden von den Insekten am Boden aufgefressen. Da fragte Tane die Vögel um Hilfe. Er fragte den Tui: Tui, wirst du mir helfen?
Da fragte Tane den Pukeko. Pukeko, wirst du mir helfen? Der Pukeko antwortete, grundsätzlich gerne, aber seine Füße würden dann nass. Das ginge nicht.
Und so kam es, dass, als Strafe von Tane, der Tui nun so lange wach bleiben muss, bis er alle nächtlichen Kreaturen des Waldes aufgeweckt hat, der Pukeko hauptsächlich in Sumpflanden zu finden ist (wird auch Sumpf-Ente genannt) und damit immer nasse Füsse hat, und der Cuckoo selbst gar keine Nester mehr baut, sondern seine Eier bei anderen Vögeln ins Nest legen muss. Dem Kiwi aber versprach er, da dieser durch die Dunkelheit und das Leben am Boden sein Augenlicht und seine Fähigkeit zu fliegen einbüßen musste, dass er der berühmteste und verehrteste Vogel in ganz Aoretera werden würde.
Langsam wurde es auch dunkel. Was ich generell an der Tour so cool fand, war, dass keine anderen Menschen mehr im Wald waren, man also eine ganz andere Atmosphäre als tagsüber kennenlernt. Es ist wirklich total ruhig und still, was Bill mir so erklärte, dass nur noch zwei nachtaktive Vögel (nach der Abholzung und Reduzierung der Wälder) existieren, nämlich der Kiwi und der El (wenn man den so schreibt).
Auch kann man hier so besser den silbernen Farn erkennen, da, wenn man ihn von unten anleuchtet, er silbern glänzt. Erkennen kann man den "silver fern" (das nationale Emblem von NZ) übrigens wohl auch an den Stämmen, die am Beginn des Stammssilber sind.
Langsam wurde es dann auch dunkel.
Der letzte Stopp war dann noch beim größten Kauri. Der größte existierende Kauri ist der Tane Mahuta ("Lord of the Forest"). Er hat einen Durchmesser von 4,4 Metern und misst 17,7 Meter bis zum ersten Ast. Er ist ungefähr 2000 Jahre alt. Auf seiner Krone wachsen 43 verschiedene Bäume/Sträucher.
Da brauchte man dann tatsächlich Taschenlampen, weil es echt schon mega-dunkel war. Bill hat uns auch hier wieder angekündigt:
Der Kauri im Allgemeinen, vor allem aber einige ausgewählte Exemplare im Besonderen, spielen also in der Mythologie der Maori eine wichtige Rolle.
Um kurz nach 21 Uhr waren wir wieder zurück. Für mich gab es dann Fish & Chips und leckeres kaltes Bier. Dabei hab ich das Treiben im Hotel beobachtet, wo gerade eine Hochzeit stattfand. Da war allerdings schon "heavy dancing" am Start; die Kiwis fangen nämlich auch beim Hochzeit-Feiern früh an und hören auch früh auf. War aber auch wirklich ne coole Location, direkt am Wasser, mit tollem Sonnenuntergang. Falls also jemand Interesse hat...
Lustig übrigens, dass Männer auf der ganzen Welt gleich sind - es lief nämlich Rugby. Und in schöner Regelmäßigkeit kamen die Herren dann mal zum Gucken an die Bar ;-).
Am nächsten Tag war für 8.30 Uhr Frühstück angekündigt. Das gab es dann auch pünktlich. Ich war nämlich schon was früher fertig, aber da die anderen Gäste noch nicht da waren, und es noch keine 8.30 Uhr war, gab es erstmal nur Kaffee. Ordnung muss sein. Mein Gastgeber war nämlich früher Gefängnisaufseher in Albany. Weisste Bescheid. Der hat sich auch fürchterlich, im Gespräch mit den australischen anderen Gästern, über das "Anti-Smacking-Law" aufgeregt, das besagt, dass, sollte man sehen, dass jemand seine Kinder schlägt, man die Polizei anrufen darf. So nen Klaps hätte ja noch nie jemandem geschadet....
Dann ging es los durch den Wald Richtung Kauri-Museum.
Das Fahren durch den Wald fand ich so großartig, das musste ich mal filmen:
Für das Kauri-Museum hatte ich leider nur knapp eine Stunde Zeit, da ich um 14.30 Uhr wieder zurück sein musste, weil wir um 15.24 Uhr den Bus zu Harald & Valentyna zum BBQ nehmen mussten, wo wieder mal ein Wein-Tasting angesagt war (@Pascal - weisste Bescheid, ne?! Bullshit-Bingo ist nix dagegen) und daher keiner fahren wollte. War ein bisschen schade, weil ich mir das schon gerne mit mehr Ruhe angeguckt hätte. Aber Zeit für den Gift-Shop hab ich mir natürlich noch genommen ;-) (mir wurde ja beim Einbruch damals meine Kauri-Harz-Kette geklaut, insofern hab ich die mal ersetzt...)
Noch kurz ein paar Worte zum "Kauri Gum" (Kauriharz). Kauriharz ist neuseeländischer Bernstein. Kauriharz ist gewissermaßen das Blut des Kauribaums. Wird die Rinde beschädigt, oder bricht der Wind einen Ast ab, tritt das Harz aus und verschließt die Wunde. Dadurch wird verhindert, dass Wasser in den Baum eintritt oder Fäulnis einsetzt.
Das Harz kann sich unter Umständen zu einem harten Klumpen ausbilden. Während der Baum wächst, schält sich die Rinde ständig. Dadurch löst sich das Harz und fällt herunter auf den Boden. Dies geschah vor Millionen von Jahren, bevor der Mensch seinen Nutzen erkannte.
Die Maori verwenden das Kauriharz zum Kochen und Feuermachen, da es sehr leicht brennt. Sie machten Fackeln daraus, um damit nachts Fische anzulocken. Außerdem gab es als Pigmentstoff ihren Tätowierungen die dunkle Farbe. Auch als Kaugummi wurde es gebraucht.
Besonders schöne Kauriharz-Exemplare wurden geschnitzt und poliert. Diese Sammelstücke waren hoch begehrt und recht wertvoll. Das Museum besitzt die größte Harz-Ausstellung der Welt.
Hier noch einmal zur Dimension des Kauri-Baums.
Das Holz der Kauribäume gehört zu den besten Holzarten der Welt. Aus den gewaltigen Stämmen wurden lange breite Bretter makellosen erstklassigen Holzes geschnitten. Das Holz wurde für viele verschiedene Zwecke verwendet: Für den Bau von Schiffen (einschließlich Masten und Holmen von Segelschiffen), Häusern, Möbeln, Brücken...
Der Stamm besteht aus makellosem geradegemastertem Holz. Es lässt sich leicht verarbeiten und trocknen, ist sehr stabil, widerstandsfähig und kräftig. Kopf und Stumpf liefern wundervoll geformtes Kauriholz mit einer außerordentlich schönen Maserung. Dieses wurde als Schmuckholz für Wandverkleidungen, Möbel oder Ornamente verwendet.
Als ich dann das Museum verließ hatte ich noch 2 Stunden, um pünktlich zurückzukommen, davon waren 1 1/2 Stunden als Fahrzeit angegeben. Dazu muss man aber wissen, dass die Fahrten im Northland sich immer verlängern, weil man auf den kurvigen Strecken die 100 km/h nicht komplett im Durchschnitt fahren kann. Ich kam also zum Auto und ich sah... ich hatte das Licht angelassen. Das hat mich dann erstmal fürchterlich geärgert, weil ich vor der Ankunft am Museum noch mehrfach daran gedacht hatte, denk ja dran, das Licht auszumachen. Aber das passiert mir echt häufiger, dass ich mir denke, ich soll an etwas denken, und das vergess ich dann mit absoluter Sicherheit. Meganervig. Na ja, ich mich reingesetzt, gebetet, dass die Scheißkarre anspringt.. Und natürlich - NEIN, sie ging nicht an. Die Batterie war nämlich leer. Ich dachte, ich raste aus... Dazu muss man sagen, dass das Auto (wegen Sparbrötchen) ne wirklich alte Karre mit 236.000 km auf dem Tacho war und auch keinen Mucks von sich gibt, wenn man irgendwo was aufgelassen, Licht anhat oder so. Ach ja, abschließen konnte man auch nicht an der Fahrerseite, sondern nur an der Beifahrerseite. Das hieß, man musste sich auch immer über die Sitze beugen und das Knöpfchen zum Abschließen runterdrücken. Großes Kindo. Aber was macht man nicht alles, um 10 NZD pro Tag zu sparen. Da stand ich da nun und sah schon meine (Zeit-)Felle davon schwimmen.
Die im Café haben mich dann aber auf den Museumsshop verwiesen, wo die in der Tat so ein tragbares Gerät zur Anlasshilfe hatten. So ein junger Kerl hat mir dann geholfen, den Wagen wieder anzulassen (da gab es dann wieder den Spruch - you speak really good English, als ich dem gesagt habe, dass ich aus Deutschland komme - die sind da anscheinend wirklich anderes gewohnt. Verwunderlich...). Hat auch alles gut geklappt, allerdings hat er die Motorhaube nicht richtig zugemacht, was ich erst nach 2 km gemerkt hab. Aber das hab ich dann bei laufendem Motor erledigt, ich hatte zu viel Schiss, dass der Wagen sonst nicht mehr angeht.
Dann hab ich ein bisschen auf die Tube gedrückt, musste aber natürlich noch tanken (für 1,91NZD/Liter - wirklich, wirklich teuer, aber ansonsten wäre ich deswegen vielleicht noch liegengeblieben) und noch ne Flasche Sauvignon Blanc fürs Tasting kaufen. Und das, obwohl ich doch wirklich gar keine Zeit hatte :D. Hat dann auch nur für einen SavBlanc mit weniger Alkohol und reduzierten Kalorien gereicht; das war der einzige, den ich da im Liquorshop auf Anhieb gefunden hab. So schlecht hat der dann auch gar nicht geschmeckt.
War dann am Ende 7 Minuten zu spät, was bissi doof war, weil Franziska meine sms nicht bekommen hatte und deshalb schon wartete. Na ja...
BBQ war ganz cool, insbesondere weil wir, trotz Anmarsch von Pam, ziemlich hohen Wellen, Wind und bissi Nieselregen, Wharf-Jumpen waren. Sogar die Jungs von Harald & Valentyna sind gesprungen, weil wir dann unten im Wasser darauf geachtet haben, dass sie sicher zur Treppe gekommen sind. Hat voll Spaß gemacht, gerade auch mit den Wellen. Andere Leute da haben uns aber als verrückt bezeichnet. Ich hatte übrigens einen 'hübschen' Badeanzug von Valentyna an (mit Leopardenmuster), weil ich meinen nicht mit hatte, da wir erst dachten, dass es bei dem Wetter wohl nix würde mit dem Springen.
Danach noch ein bisschen Bodyboarden. War echt cool. Und im Wasser war es auch gar nicht wirklich kalt.
Mit den Jungs hab ich dann anschließend noch ein bisschen Laserschwertkampf gemacht, was ganz schön anstrengend ist, wenn man gegen zwei kämpfen muss (die auch immer ihre eigenen Regeln machen ;-)). BBQ war sehr lecker, haben uns gut unterhalten - wobei ich diesmal zumindest nicht die ganze Zeit "in der Mitte" war. Sind dann sogar mit dem Bus zurück, was erstaunlich ist, dass die so spät dann tatsächlich noch fahren, wenn hier alles immer so früh zu Ende ist.
Montag waren die anderen beiden dann ziemlich platt, aber für abends hatten wir Karten für "Othello: The Remix" im Rahmen des Auckland Arts Festivals. Das muss man dann durch ;-) (getreu dem Motto, wer saufen kann, kann auch aufstehen)....
Der Plot ist, dass MC Othello aus dem Ghetto direkt an die Spitze der Charts gelangt. Dabei gewinnt er den Respekt der Musik-Industrie, die Bewunderung der Fans und das Herz der schönen Sängerin Desdemona. Aber er zieht damit auch den Neid des Hip-Hop Puristen Iago auf sich, der gegen Othello Pläne schmiedet und ein falsches Spiel treibt.
Das Bruce Mason Centre, in dem das Stück lief, war übrigens in Takapuna, einem Vorort von Auckland, mit schönen Blick auf den erloschenen Vulkan Rangitoto.
Und sonst so?
Gestern war mein Talk in Valentynas Kurs, der auch gut gelaufen ist, und mir ein weiteres "Certificate of Appreciation" eingebracht hat. Foto folgt.
Eben war Feueralarm. Gleich gibt Manfred Krafft einen Talk. Heute war eigentlich Strand und Bodyboarden in Orewa angesagt, aber das Wetter ist nicht so Knaller... mal sehen..., Donnerstag BBQ bei uns und Samstag Segeln auf einer America's Cup-Yacht. Ich bin gespannt. Ach ja, und Souvenirs muss ich ja auch noch kaufen :D.
Zum Flughafen (nächsten Donnerstag geht es ja schon nach Samoa und nach Hause) bzw. zu Alex (da darf ich meine Sachen in der Urlaubszeit unterstellen) werde ich leider nicht gebracht (hätte Chef machen können, Mittwochabend von der Uni aus). Na ja, das kann man sich dann mal merken, wenn demnächst mal wieder eine "Extra-Mile" gegangen werden könnte. Die wird das dann nämlich nicht.
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