Mittwoch, 4. März 2015

Frau Klein im Büro ODER Was man nicht so alles findet (Kuriositäten und Gesammeltes)


So, wie versprochen, ein paar Worte zum Büro-Alltag (Achtung, Flachwitz: wayne's interessiert). Diese Woche war ich schon geschlagene 3 Tage am Campus (und alle so: Yeah!!), morgen ist aber wieder HomeOffice angesagt, weil Valentyna den ganzen Tag Lehre hat und wir dann sowieso keine Zeit hätten uns zusammenzusetzen. Montag und Dienstag konnte ich Chefs Büro benutzen, weil sie mit ihren Eltern noch Ausflüge unternommen hat, bevor diese gestern (Dienstag) nach Hause geflogen sind. Heute (bis Freitag) sitze ich in Nithas Büro und ab Montag hab ich dann mein eigenes. Mittlerweile besitze ich sogar eine Karte, mit der ich auf den Parkplatz (nicht mehr relevant, da ich kein Auto mehr habe), in den Staffroom (relevant, da da die Kaffeemaschine) und ins Gebäude kann (wäre relevant, würde ich after hours arbeiten - was ich aber nicht tue *hihi; na ja, gut, wobei bei den Kiwis "after hours" alles nach 18 Uhr (und das WE natürlich) ist; hier fällt nämlich spätestens zwischen 16.30 und 17 Uhr der Stift, wenn wir gehen, sind fast alle anderen schon weg...). Die Sekretärin ist für die Karte und meinen Schlüssel fürs neue Büro extra mit mir zum Büro des "Facility Managements" gefahren (!), das sich auf dem anderen Teil des Campus befindet. Gut, man hätte da sicherlich auch hin laufen können (ok, das hätte auch ca. 10-15 min gedauert UND es geht den Berg hoch), aber man stelle sich Liz als 1,60 Meter hoch und 1 Meter breit vor. Damit hat sich die Frag wahrscheinlich von selbst beantwortet (Evil-KK at her best :)). Das Auto war übrigens voller Hundhaare und es roch auch nach Hund - Notiz an mich selbst: Nein, jemals einen Hund zu besitzen kommt nicht in Frage. Übrigens mag Liz wohl keine "females" (laut Valentyna), deshalb war für uns nix organisiert, als wir hier angekommen sind. Wenn Harald Besucher hat, dann läuft das immer ganz anders. Ich habe allerdings auch den leichten Verdacht, dass vieles auch manchmal daran gelegen hat, dass Valentyna das relativ zeitnah angestoßen hat.. Aber das ist nur ein leiser Verdacht...
Kurios war der Dienstag, als Harald bei Valentyna in den Unterricht musste, um seine Schlüssel zu holen. Die war nämlich in einem Gebäude, das gerade renoviert wird, und wo man sich am Eingang mit Namen und Telefonnummer eintragen musste, falls ein Feuer ausbricht/das Haus zusammenkracht o.ä. Damit die sicher sein können, dass alle sicher sind (oder eben nicht). Da ist dann auch extra ein Security-Mann für abgestellt, der darauf achtet, dass man das auch alles korrekt macht, z.B. sich dann wieder austrägt, wenn man geht. Nicht, dass da nachher Pseudo-Leute noch im Gebäude rumspuken. Interessantes Konzept, finde ich. Aber wer Feuerwachen satt Feuermelder bezahlt (aka Uni Köln), die den ganzen Tag Flure patroullieren, dem kommt hier nix mehr spanisch vor.
In Valentynas Klasse ist übrigens eine Gehörlose, für die dann extra eine Gebärdendolmetscherin da ist, die die Vorlesung in Gebärdensprache übersetzt. Das finde ich mal ziemlich cool. So was gäbe es bei uns nie. Chapeau!

Ansonsten hier noch ein paar Eindrücke vom Campus (Foto vom neuen Büro muss ich nachreichen):
 
Diese Statue auf dem Innenhof wurde für 80.000 NZD angeschafft, hier wird sie nur als "Chicken Wing" bezeichnet. Ich habe noch nicht nach der Plakette geguckt, was es eigentlich darstellen soll (vielleicht wirklich nen Chicken Wing?!). Aber man sieht: Auch hier weiß man Geld für die wirklich sinnvollen Dinge der Universitätsausbildung auszugeben: Wohlfühlatmosphäre. *grrgrrgrrgrr (aka böses gemeines Lachen)

 
So sieht mein täglicher Lunch aus - Sushi für kleines Geld. Das hier z.B. hat 7,70 NZD gekostet (=5,20 Euro). Insofern schlagen wir hier immer fleißig zu...

 
Der Staff-Room mit der Nespresso-Maschine (wo man allerdings die Kapseln selbst mitbringen muss, wir haben jetzt auch nicht die Original-Kapsel gekauft, sondern die nachgemachten - und das als Markenfuzzis...). 

Hier findet sich auch die größte Anzahl an allgemeinem "Office Humor"
(Was macht ein Clown im Büro? ...faxen...)
 

     


Zum Vergrößern: Klicken


Anweisungen gibt's auch im Klo:
Wie, ihr hockt euch nicht so auf die Klobrille??? Nicht? Eiderdaus. Also, ich musste mich hier wirklich komplett umstellen....
Ach ja, Klobürsten sind hier auch so ne Einrichtung, die es nur in jeder zweiten oder dritten Kabine gibt. Muss man also grundsätzlich mit berücksichtigen ;-)

Ansonsten haben die es sehr mit der Hygiene, wobei ich, ehrlich gesagt, noch niemanden gesehen hab, der das benutzt - aber, Hauptsache, man hat überall Hand Sanitizer:
 
auch im Supermarkt:
 

Ansonsten noch ein paar Highlights aus unserem Zuhause: z.B. hier - frei nach dem Motto: Finde den Fehler!

Und was ist eigentlich aus dem guten, alten Molotow-Cocktail oder den Ziegelsteinen geworden? - Blumensträuße sind nun anscheinend die neue Waffe der Wahl. Oder fällt das mal wieder in die Kategorie "Ist das Kunst, oder kann das weg?!".

Darüber hinaus:
Unser Herd kann nur heiß oder aus. Damit hat sich das Konzept des Köchelns auf kleiner Flamme oder des Warmhaltens quasi erledigt. Bedeutet auch, dass man sich ca. 1 1/2 Meter vom Herd wegstellen muss, wenn man was brät, damit man nicht vollgespritzt wird. Großes Kino... Dabei sind dann auch noch die Herdplatten so schief, dass man mitunter nur auf einer Seite der Pfanne braten kann. Keiner Wunder, dass es hier Take Aways wie Sand am Meer gibt.

Apropos Take Aways. Kaum waren Franziskas Eltern weg, gab es bei uns gestern einen Pizza (bei Hell's Pizza, schon bekannt aus früheren Jahren ;-))-Bier-TV-Serien-Abend. Da freut sich das TV Junkie-Herz. Wobei ich festgestellt habe, dass die teilweise den deutschen Ausstrahlungsterminen hinterherhinken und ich daher schon Folgen kannte. Aber die eine Stunde "X Factor NZ " war auch ganz nett (es hat natürlich nur unser qualifiziertester Couch-Juror, Dr. P.B., gefehlt - wie der natürlich hier an allen Ecken und Enden fehlt (so, jetzt hab ich es geschrieben, zufrieden?!)).
Gestern hatte ich übrigens noch eine "Ohne-Navi"-Odysee. Ich musste ja mein Auto an den Flughafen zurückbringen. Hab natürlich in einer meinem "Hochmut-kommt-vor-dem-Fall" Größenwahn gedacht, ach, das ist doch nicht so schwer, das ist ja ausgeschildert. Jaaahaaa. Aber erst kurz, bevor man auf die letzte Autobahn wechseln muss. Davor war ich dann schon einmal locker auf der nach Westen gehenden Autobahn 3 km gefahren. Dann muss man noch wissen, dass der Auckland Airport einer der wenigen Flughäfen ist, den man nicht über eine Autobahn erreicht, sondern wo man schön zwischen zwei Autobahnteilstücken ca. 6 kam durch Wohngebiet zockeln muss. Dachte ich auch erst, kein Problem. Nur, dass ich dann, mangels Schildern, irgendwo falsch abgebogen bin, und mich dann komplett verfranst und 20 Minuten verloren hab. BOAH, was hab ich geflucht (die Wuttränen lass ich dann hier mal weg, wa...). Ich musste ja (1) das Auto bis zu einer gewissen Uhrzeit abgeben, und (2) hatte ich mir ne Busverbindung rausgesucht, um wieder zurück 'nach Hause' zu kommen (denn eigentlich hatte sich Frau Superschlau vorher mal gedacht, sie könne ja Franziskas Eltern zum Flughafen fahren und Franziska fährt dann mit ihrem Auto mit, ich gebe mein Auto ab und sie könnte mich mit heim nehmen, aber nein, da die Herrschaften ja Business Class fliegen, bekommt man in einem 40 km-Radius um den Abflughafen einen Shuttleservice gestellt. Da ist dann natürlich standesgemäßer [ist natürlich nur der Neid, der hier spricht]). Den Bus hab ich natürlich nicht gekriegt, aber dne AirExpress, der 10 Minuten später fuhr, die von mir verlorene Zeit aber gut wieder eingeholt hat, so dass ich den nächsten Bus noch gut erwischt hab.
Das war dann auch ein Express-Bus, was bedeutet, dass der sich nicht in die Autobahn-fließender-Verkehr-Feierabend-Schlange einreihen muss, sondern dass für diese Busse Parallelspuren neben der Autobahn existieren, auf denen der dann superschnell vorankommt. Irgendwie clever gelöst. In den Vororten dann befinden sich quasi alle 300 Meter Haltestellen (kein Witz, mal ehrlich, das hätte man doch eleganter lösen können; aber da gilt das alte amerikanische Motto: Kein Schritt zu viel. Denn wenn ich keinen Parkplatz direkt am Supermarkt-Eingang bekomme, dann fahr ich halt noch mal ne Runde, bis was frei wird ;-)). Insgesamt war ich dann noch mal ne Stunde unterwegs.
Grundsätzlich sollte ich mich auch wohl mit dem Bussystem anfreunden, da ich ja jetzt kein Auto mehr hab und Franziska mich nicht als Fahrer eingetragen hat (sondern ihren Vater, der kein einziges Mal gefahren ist hier; und ein dritter Fahrer kostet). Problem ist aber z.B., dass die abends/nachts nicht mehr so wirklich fahren. Also: no parteey for Kristina.... (die alte Party-Bitch)....

Was gibt's ansonsten? Ach ja, die "Klassiker" - Abschließen geht hier anders herum (was mir, als ich noch ein Auto hatte, erst relativ spät wieder eingefallen ist, so dass das Auto mindestens einen Tag offen rumgestanden hat; wie gut, dass hier keiner klaut) , den Scheibenwischer statt Blinker bedienen - das nimmt aber mit der Zeit ab, und, nein, als Beifahrer steigt man auf der anderen Seite ein.

So, ich glaube, das war es erstmal, was es Neues (und Altes) zu berichten gibt.

Und zum Schluss bleibt nur zu sagen:

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