Montag, 28. Februar 2011

My boyfriend* and me (*PB: "You wish!") ODER Licht aus - Kristina an


Puh, jetzt sind's nur noch 1 1/2 Wochen bis mein Urlaub in Australien beginnt. Krass, wie schnell die Zeit hier vergeht. Daher zum "Was ist denn so passiert seit dem letzten Eintrag?"

Am Montag waren endlich alle meine Daten für mein Projekt da (da wird sich mein Masterarbeitsstudent auch gefreut haben, der schiebt nämlich schon leichte Panikattacken vor sich her). Daher begann dann die Datensatzbearbeitung, weil besagter Masterarbeitstudent den Fragebogen so bescheiden programmiert hatte, dass man sich da in mühevoller Kleinarbeit einen zur Analyse geeigneten Datensatz zusammenbauen musste. Ganz toll!
Ansonsten:
  • Pascal hat noch mehr leckere Sachen zum Kochen gelernt (Gemüsepfanne), allerdings ist schon ziemlich klar, dass was mit viel Schnibbelei (wie Gemüsepfanne) nix für ihn ist
  • Beim Laufen wird er auch immer besser - der schafft mich ganz schön mit seinem Tempo. Könnte natürlich auch an dem schwülen Wetter liegen und dass wir abends laufen, oder
  • an meiner grippe/erkältungsähnlichen Situation (ja, Mitleid!!!) - in dieser Woche war ich zwei Tage (Mi+Do) superfrüh im Bett, weil ich total geschafft und kaputt war (+ Halsschmerzen). Ich darf aber nicht allzu sehr darüber fabulieren, ansonsten begebe ich mich ja auf eine Leidensebene mit Herrn PB (über den ich mich hier die ganze Zeit wegen seines Hustens lustig mache). Das wäre ja auch nicht fair.
Vom Erdbeben in Christchurch haben überhaupt nichts mitbekommen. Mich hat erst eine E-Mail des besagten Masterstudenten mit der Frage, ob alles ok sei, darauf gestoßen. Aber vielen Dank für all die besorgten Anrufe, smsen, Facebook-Einträge und E-Mails. Wenigstens weiß ich so, dass sich jemand um mich sorgt - ein schönes Gefühl. Neuseeland hat das Beben sehr getroffen. Die Innenstadt von Christchurch ist immer noch gesperrt, morgen ist Trauertag, bei dem man aufgerufen ist, schwarz und rot (die Farben der Canterbury-Region) zu tragen und um 12.00 Uhr ist eine Trauerminute angesetzt. In den Supermärkten und Geschäften wird überall für die Opfer und die Familien gesammelt. Eine solch solidarische Unterstützung ist schon bemerkenswert und vorbildlich. Valentyna hat gestern allerdings erzählt, dass die Waikato-Region und insbesonder Hamilton eine starke Zuzugsrate aus Christchurch und der Region erwartet, da diese Region hier als die sicherste in NZ gilt. Auch eine Abwanderung gen Australien wird erwartet. Kann man natürlich auch irgendwie verstehen, da das Beben ja absolut unerwartet kam und nun spekuliert wird, ob nicht die Erdplatten dort auch eine weitere Bruchstelle haben bzw. sich dort einander reiben, was man vorher aber nicht wusste. Und man so auch nicht weiß, was dort noch alles passieren kann. Dass man dann, insbesondere als Familie, nicht unbedingt dort bleiben will bzw. wenn Hab und Gut und Haus zerstört wurden, sich woanders eine neue Existenz aufbauen will, kann ich gut verstehen. Aber das ist hier schon eine nationale Katastrophe und die Zeitungen sind jeden Tag mit entsprechenden Headlines voll.

Aber zurück zu meiner letzten Woche, wobei das angesichts der Geschehnisse natürlich völlig eigentlich völlig irrelevant ist.
Dienstag wurde ich in der "Hölle" willkommen geheißen. Wieso? Am Dienstag habe ich mich online in der Hölle angemeldet [Rückantworts-E-Mail: See you in HELL.Please do not respond to this e-mail as it is an evil hard drive without a soul, for human contact e-mail]. Weil die Dienstagspromo die Lieferkosten erlässt, haben wir bei "Hell" Pizza bestellt. Wenn man die ganze Woche relativ gesund lebt (Sushi, Wraps, Gemüsepfanne), darf man ruhig auch mal einen Abend ungesund (und lecker, nicht dass das andere nicht lecker gewesen wäre, nicht falsch verstehen!) essen. Aber das ist schon ein relativ cooles Konzept: Die Internetpräsenz ist teuflisch gut aufgebaut, die Pizzabelagskombination sind wirklich mal kreativ und die Namen dem Thema angepasst: Neid, Faulheit, Zorn, Stolz, Fresssucht etc. Wir haben uns für die Vorhölle (Blauschimmel, Pilze, karamelisierte Zwiebeln, Tomaten), Fegefeuer (Knoblauch, Zwiebeln, Pilze, frischer Spinat, Feta-Käse, getocknete Tomaten) und Verderben (Cabanossi, Hühnchen, Zwiebeln, Knoblauch, Chili, Tomaten, Paprika) entschieden. Die haben sogar online angegeben, wann man (exakte Uhrzeit) mit der Lieferung rechnen könne und nur 4 Minuten später war der Pizzaboy auch da (gut, dass wir mittlerweile rausgefunden haben, wie man unten die Tür aufmacht). Die Pizza war auf jeden Fall sehr lecker, nur der Teig hätte etwas knuspriger und weniger kuchenteigmäßig sein können. Lustig ist auch, dass man einen kleinen "Reste"Sarg aus dem Pizzakarton basteln kann. Ja, das nennt man doch dann mal 360°-Konzepumsetzung. Bissel morbide. Aber wat soll's....


Friday Night Out
Freitag waren wir dann nochmal essen. Man gönnt sich ja sonst nix. Im Belgium Beer Café, weil Franziska und ich unbedingt noch einmal die green lipped mussels essen wollten. Na gut, erstmal hat uns die Kellnerin (draußen) gepflegt ignoriert, als ich drinnen Bier bestellt habe, muss ich sie wohl so erschreckt haben, dass sie erstmal ein Glas zerdeppert, und uns dann letztlich die falsche Muscheln gebracht hat (mit der falschen Sauce), so dass wir da jetzt nochmal hinmüssen :)). Pascal haben wir zu Spare Ribs überredet, obwohl er meinte, er möge die gar nicht. Tja, war dann auch so. Ups.... Aber so hab ich meinen share bekommen :)
Danach sind wir weiter durch unsere Straße gezogen, haben auf der Bond Street im Gothenburg in Korbsesseln unsere TV-Serien/-Show-Erfahrung der letzten Jahrzehnte ausgetauscht (da könnte durchaus das ein oder andere wiederbelebt werden, finde ich), sind auf Schnäppchenpreis-Cocktails reingefallen (da war natürlich kein Alkohol drin, zumindest gefühlt), dafür war der (von mir einfach bestellte) Kiwifruit-Wodkashot eigentlich ganz ordentlich. Pascal hatte einen Cocktail im Shaker, wo man sich dann aus einem Shaker in ein kleines Schnapsgläschen immer wieder nachfüllen muss. Ja, das ist mühsam - aber so hat man länger was von. Während wir da saßen sind ständig irgendwelche Menschen in weiß gekleidet und mit Farbe beschmiert in der Gasse hinter uns verschwunden, so dass wir doch neugierig wurden und uns in die Gasse getraut haben. Dahinter war voll das Partyareal (was man doch alles hier so noch entdecken kann) - so 4-5 Bars/Clubs, in einem tanzten Krankenschwesteroutfithalbnacktgekleidete Mädels auf der Bar, aber grundsätzlich war da noch tote Hose (jedenfalls wissen wir jetzt, wo die ganzen Betrunkenen so herkommen, die hier die Woche über nachts Palaver und Geschrei machen). Also weiter auf der Suche nach der "White Party", die wir dann schlussendlich gefunden haben - allerdings hätte man da Klamotten mitbringen/anziehen sollen, die man danach nicht mehr anziehen wollen würde. Gut, war bei uns jetzt nicht so der Fall. Außerdem ganz schön viel Eintritt und auf dem Bürgersteig saß schon ein Mädel, das nix mehr konnte. Um 22 Uhr. Gut, Party schien wohl ganz erfolgreich zu sein. Also, zurück in die Bond Street, dort noch draußen bei Live-Musik ein Absacker-Bier getrunken. Da war generell ganz schön viel los. Und die Live-Musik war in der Bar und auch in der daneben echt gut. In der Bar hätte man mittwochs auch ein Bier-Tasting machen können. Allerdings: Um 17.30 Uhr!!! Tja, das ist halt Kiwi-Style. Hier ist ab spätestens 17 Uhr kaum noch jemand im Büro (an der Uni), wenn wir um halb sieben oder so gehen, sind wir meist die letzten, der Flur ist schon dunkel. Und die Restaurants sind schon ganz gut gefüllt. Sind halt early-birds beim Essen gehen, die Kiwis....

Souvenirs, Musik, Talentfreiheit, 1Nightbookings
Samstag haben wir (zumindest im Vergleich) zu den anderen Tagen ein wenig ausgeschlafen. Pascal und ich sind dann irgendwann los um Sachen fürs Frühstück zu kaufen. Dabei sind wir an einem T-Shirt-Laden vorbei und konnten dann nicht widerstehen, NZ-Shirts zu kaufen (@Tobi: T-Shirt gekauft!). Die waren aber auch wirklich cool. Die Bäckerei auf dem Rückweg war da eher eine Enttäuschung - da gab es gar keine "richtigen" Brötchen, sondern nur so labberige Milchbrötchen. Ich glaube tatsächlich, dass eine deutsche Bäckerei mit richtigen Brötchen und richtigem Brot (Vollkorn!!!!) einen ziemlichen Absatz hätte. Na ja, leider habe ich fürs Backen kein Talent :(.
Nach dem Frühstück sind wir irgendwann los zum Souvenirshoppen. Note to myself: Keep out of souvenir shops!! Wieder unglaublich viel Geld ausgegeben. Ich kann da einfach nicht widerstehen: Das finde ich schön, und das auch.... Hach, das könnte man ja auch noch mitnehmen..... Und zack: Koffer voll. Ich lerne es nie. Aber wat soll's. Gibt's halt mehr Zeug, wo der Staub in meiner Wohnung dran hängen bleiben kann *hihi.
Hannah wollte uns dann um 14.15 Uhr abholen, um zu einem privaten Musikfestival zu fahren, das ein Ehepaar von der Uni in ihrem Zweitanwesen organisiert und zu dem wir miteingeladen waren. Sie hat dann mehrfach angerufen, um die Pick-Up-Zeit nach hinten zu verschieben.
In der Zwischenzeit hatten Pascal und ich noch eine kleine Diskussion in Bezug auf unsere Übernachtung in Raglan von Sa auf So. Der Raglan Backpacker (Selina!!??) nahm keine eine-Nacht-Bookings an; wobei die allerdings an ihrer Kommunikation arbeiten müssten: Erst sagen die per E-Mail, "klar, kein Problem, Zimmer frei", dann ruf ich da an, hab so nen Kerl an der Leitung, der: "we don't take one night bookings". Ganz toll. So was kann ich ja leiden wie Bauchweh. Auf jeden Fall haben die anderen Hostels/Backpackers erstmal nicht per e-mail geantwortet, dann doch, dann habe ich da zugesagt, dann war das nicht zentral genug, es sollte eher das andere sei, also musste ich das erste wieder absagen (was ich voll unangenehm fand) und das andere zusagen, die hat sich aber vor unserer Abfahrt auch nicht mehr gemeldet und telefonisch ging nur der AB dran. Ihr seht, dass kann das Planungs-Kontroll-Kristina-Ich schon in eine mittlere Katastrophe stürzen :D.

Irgendwann sind wir dann los, mussten aber wegen Mark (ein Marketingdozent von der Uni, richtiger Kiwi, daher teilweise kaum zu verstehen, echt komischer Akzent) noch beim Supermarkt halten (was nicht so schlimm war, da wir eh noch Bier kaufen mussten, was wir eim ersten Einkaufstrip vergessen hatten) und bei einem Autozubehörhandel, weil ein Kumpel von ihm auf der Strecke nach Raglan liegengeblieben war und wir ihm aushelfen mussten. So, iiiirgendwann ging's dann los. Ich im mittleren Sitz, Baby Clara links neben mir. Baby Clara war dann irgendwann ein wenig unleidlich. War zu warm, der Maxicosi war unbequem, man weiß es nicht. Jedenfalls hat sie, nachdem wir angehalten haben um dem Kumpel zu helfen, angefangen wirklich laut und wirklich viel zu schreien. Da konnte ich auch nichts mehr beruhigen. Auch das Füttern und das Rausnehmen hat nur zeitweise geholfen. Den Rest des Weges zu dem "Venue", der dann noch ziemlich kurvig war und etwas dauerte, habe ich es mit Pippi Langstrumpf-Singen versucht und Geschichten vom Elefanten (Clara hat so nen Knitterelefanten zum Spielen)  mit den roten Ohren erzählt (dabei habe ich südamerikanische Elefanten erfunden, weil mir neben den afrikanischen nicht mehr die asiatischen Elefanten eingefallen sind). Das hat eigentlich auch ganz gut geklappt.
Irgendwann waren wir da, wobei der letzte Anstieg über die Schotterpiste das Auto doch alle Kraft gekostet hat (oder wie Mark meinte: It's heavy in the back - ja, danke auch). Denen gehört ein Riesen-Gelände.
Hier ein paar Eindrücke:

 

Das Musikprogramm begann um 1 Uhr und ging dann ca. bis 21 Uhr oder so. Die Gastgeber sorgen für die Musik/Bands und die Hardware und jeder bringt was zu essen und zu trinken mit. Voll nett. Da waren sicherlich insgesamt 100 Leute oder so. Total gemütlich haben alle dort ums Haus gesessen, haben der Musik gelauscht, gegessen, geplaudert, die Kids sind die Wasserrutsche runtergeslidet, haben gespielt. Total entspannt. [Allerdings haben wir wenig von dem versprochenen Jazz mitbekommen, denn als wir ankamen, war gerade eher Line/Square-Dancing auf Country Musik angesagt, was sich dann erstmal nicht geändert hat (außer dem Tanzen, Gott sei Dank!). Der Jazz kam dann erst ganz, ganz spät und danach eine Möchtegern-Blues-Lady.]
Und das Anwesen - der Hammer! Das Anwesen wurde an die beiden mit der Auflage verkauft, dass die Natur in Teilen wild bleibt. Was will man mehr. Man kann dort direkt auch Kayaken, Schwimmen etc. Haben uns nur gefragt wie teuer es wohl war, dort Wasseranschlüsse legen zu lassen. Das war ja ganz schön weit weg vom Schuss. Der Strom kommt wohl in größten Teilen aus Solarstrom.
Das Buffet war superlecker, wobei in vielen Salaten eindeutig zu viele (überhaupt!) Rosinen drin waren. Dislike. Haben auf der Decke rumgelegen, gegessen, geschnackt. War total nett. Die Kiwis sind einfach total lustig und nett, insbesondere die Frisbie-Menschen/Paare/Familien, die Mark uns vorgestellt hat. 
Hier noch ein paar Eindrücke:

Die Surroundings

   
                       Das ist Mark

 
 

Zwischendurch habe ich Pascal und mir einen Anfänger-Surfkurs für den Vormittag (Pickup: 8.30 Uhr :() gebucht. Ja, teures Handygespräch. Na ja, was tut man nicht alles für die "Erfahrungen" :D

Gut, da hab ich mich nicht getraut, mich draufzusetzen - hing ja nur an einem Ast :D





Übrigens, lustigster Spruch des Nachmittags (im Kontext, dass so viele Deutsche gerade im Marketing-Department zu Gast sind): "The Germans are invading". Und das war gar nicht lustig gemeint, aber die Wortwahl ist einfach doch sehr passend *lach

The Ghost with the Spiegelreflex

Langsam brach dann auch der Abend an, es wurde kühler, die Sonne ging unter. Pascal hat dann auch ein paar Eindrücke eingefangen, die ein wenig an Afrika erinnern (finde ich).
(ok, das ist von mir, auch nicht soooo schlecht - wenn da nicht rechts das Auto noch drauf wäre, na ja, nobody's perfect)

Gegen acht haben wir es dann auch irgendwann gepackt (wobei wir den Backpacker darüber informiert haben, teures Handygespräch noch einmal, aber wir sind doch irgendwie ziemlich deutsch). Allerdings fand das Clara nicht so toll. Die hat den gesamten Weg bis zur Abzweigung nach Raglan, wo uns Hannah dankeswerterweise noch hingefahren hat [hier sei noch zu erwähnen, dass uns gesagt wurde, dass das Anwesen in der "Nähe von Raglan" sein, was es faktischerweise nicht war, sondern eher so 30 Minuten entfernt], obwohl es ein Umweg war, trotz Fütterstopp und allem durchgeweint und -geschrien. Da hat leider auch das Singen von "Stille Nacht" nicht geholfen. Das ist voll schlimm, wenn dich das Baby mit Tränen in den Augen anguckt und du gar nichts machen kannst...

In Raglan angekommen haben wir dann erstmal im Hotel nachfragen müssen, wo denn nu unser Backpacker ist. Den Weg haben wir dann über den Hinterausgang gezeigt bekommen.
Und, man hätte es (dem Namen nach) ahnen können, der Backpacker wurde von einer Deutschen geführt; in einem Haus, das eher einem Wohnhaus ähnelte.... Wir sind einfach überall. Die war eher so naturbelassen angehaucht (Diplom-Naturheilkundlerin). Aber: Wir hatten das 4er-Zimmer ganz für uns alleine, was wir ganz schön fanden. Da um 22.30 Uhr die Hintertür abgeschlossen wurde, sind wir noch schnell in die "Stadt", um was zu essen zu finden. Nach diversen Diskussionen sind wir schließlich draußen in einer Pizzeria gelandet, wo der Service etwas länger gedauert hat, die Atmosphäre aber sehr schön, meine S-Pizza aber wirklich sehr klein war.. :(... Dann hat noch einer Live-Gitarre gespielt, der seit 18 Monaten in der Welt unterwegs ist und NZ mit seinen Kumpels per Rad erkundet.
Zum Abschluss gab's noch ein Bierchen im Zimmer...
 

Unser Backpacker (Belindsays)


Vorm Pickup haben wir uns noch Sandwiches in einer Bäckerei gekauft, weil wir natürlich vergessen hatten, ans Frühstück zu denken, geschweige denn an die Verpflegung über den Tag. Um 8.30 Uhr (sharp) wurden wir vom Chef der Surfschule persönlich abgeholt. Der hat uns dann erstmal ein bisschen was erzählt (ist ein Fan von Seeed) und wollte uns noch eine Hafenrundfahrt verkaufen. War aber eigentlich ein netter. Die Surfschule war ziemlich weit raus, Richtung Manu Bay. Dazu gehört ein Gelände im "Dschungel" mit Unterkünften, Sportanlage undundund. Ist bestimmt auch ein ziemliches Partyparadies.
Lustigerweise waren Pascal und ich die einzigen, die den Morgenskurs gebucht hatten, haben also quasi ne Privatstunde für den Preis der Gruppenstunde bekommen. Erstmal gab's Trockenübungen mit Andy, unserem Surflehrer, dessen Lippen vom Surfen schon ziemlich oft genäht wurden, was einen komischen Eindruck machte und abends wohl etwas länger gefeiert hatte (ja, alle Surflehrer-Vorurteile bestätigt!). Wir lernten also in einem Hangar, wo der "Sweet Spot" (immer in der Mitte) ist, wo die "Nose", wo die "Potato", was ein "Rip" ist (und dass man da besser nicht drin schwimmen sollte, da das der Teil des Meeres ist, wo das Wasser wieder zurück ins Meer fließt und man dann schneller draußen im Meer ist, als man gucken kann), dass die Schweizer diejenigen sind, die am schnellsten Surfen lernen (sportlich, ehrgeizig, natural talents?), dass Surfen eigentlich zu 90 % zurück ins Meer paddeln ist, dass das aber keiner sagt, weil das ja Surfen nicht so cool macht, dass in Andys Kurs 100% der Leute beim ersten Mal tatsächlich aufstehen und einen Teil surfen können (die zwei älteren Ladies, die das nur zum Ausprobieren gemacht haben, hat er einfach nicht dazu gezählt), dass ich ein "Goofy" (rechter Fuß vorne) und Pascal ein "Regular" ist, wie die richtige Fußhaltung ist und final dann, wie man "easy" und wie man "difficult" aufstehen kann.
Die 4-Schritte-Taktik war aber wirklich ziemlich einfach (kann ich bei Bedarf mal zeigen); die haben wir dann auch ca. 15 Mal geübt um in den "Flow" zu kommen.
Jedenfalls gingen die 40 Minuten Theorie schnell rum und ich habe den Eindruck, wir haben auch was fürs Leben gelernt. Lustigerweise hat uns Andy für ein Paar gehalten. Das haben wir dann gleich mal richtig gestellt. Pascals Kommentar dazu (siehe auch oben): Ja, ein Paar, das gerade dabei ist, sich zu trennen.

Dann ging's los zum Strand (das war der, wo wir auch schon am ersten WE schwimmen waren). Vorher mussten wir aber noch zum Sonnenbrilleholen anhalten (Schlüssel lag auf dem Reifen, die Kiwis haben echt ein Gottvertrauen) und netterweise hat Andy auch noch am bekannten "Left Hand-Wave"-Beach angehalten (die besten Left Hand-Wellen in NZ), wo wir ein wenig den Surfern zugeguckt haben. Andy hat uns dann noch die Surf-Benimm-Regeln erklärt, d.h. welchem Surfer wann die Welle gehört (der andere Surfer muss dem dann die Welle überlassen, also abspringen o.ä.), und dass man sich nicht hinter anderen "hindurchsneakt".
Unten am Strand haben wir dann unsere Wetsuits und die Boards am Verleihstand bekommen. Und, na, wer will raten, die Verleihlady war.... ne Deutsche! Zwar nicht mehr so fließend, aber immerhin :). Bisschen Super-Surfer-Sonnencreme ins Gesicht (Surfer sind nämlich, entgegen der landläufigen Meinung, nicht wirklich durchweg sonnengebräunt, sondern nur im Gesicht, an Händen und Füßen).


Wetsuits sind natürlich, zumindest bei mir, nicht so vorteilhaft, aber ich will euch den Anblick natürlich nicht vorenthalten....

Wir und Andy


Dann ging's los ins Meer.
Pascal hat das mit dem Aufstehen schneller drauf gehabt (was mich natürlich gewurmt hat, aber Andy meinte nur, dass es alles "about the confidence" ist). Andy hat mir aber supergute Tipps gegeben, und es war natürlich auch super, dass wir nur zu zweit waren. So konnte er sich wirklich jeden "Surf" (oder "Ins-Wasser-Fall"-)-Versuch angucken und sagen, was man falsch machte.
Dann hat es auch irgendwann bei mir geklappt. Und: Ich habe die längste Welle gesurft. Bis zum Strand!!! (Oder wie Andy sagte: Kristina won the competition (if there was one)). Allerdings hat Pascal deutlich öfter gestanden als ich. Das muss ich hier doch mal (neidvoll) zugeben (außerdem krieg ich sonst Ärger von ihm). Es hat jedenfalls superviel Spaß gemacht. Wir durften die Boards auch noch etwas länger behalten, aber wenn da keiner mehr ist, der einen in die Welle pusht, ist das schon deutlich schwieriger. Und die ganze Chose an sich war insgesamt auch ziemlich anstrengend. Means: Alleine: I suck. Werde das aber bei nächster Gelegenheit nochmal probieren. Übung macht den Meister!!!

Hier noch ein paar Wetsuit-Nass-Eindrücke (ja, die Röllchen, unvorteilhaft, aber wat willste machen... kann nicht so gut mit Photoshop umgehen. Wobei, da wäre sicherlich auch nicht mehr viel zu machen).



Unser Problem war dann allerdings, wie wir vom Strand wegkommen sollten. Von Raglan aus fuhr ein Bus zurück nach Hamilton. Aber dass der irgendwo am Strand halten würde, darüber fehlte uns die Info. Deshalb haben wir rumgefragt und nicht nur die coole Surfverleihlehrerin vom Parkplatz hätte uns mit in die Stadt genommen, sondern auch die Lifeguardausbilderin und eine Familienmutter (klingt irgendwie komisch, im Gegensatz zu dem männlichen Pendant) hätte uns sogar direkt mit nach Hamilton genommen. Wir wollten aber noch ein wenig die Sonne genießen, hatten aber Schiss, dass es vielleicht doch mit dem Bus nicht klappen könnte, also haben wir das Angebot angenommen, dass die Hamilton-Lady uns mit in die Stadt nimmt. Sie hatte wohl auch in der Schule Deutsch gelernt (sic!) und wir haben uns sehr nett unterhalten. Pascal ist immer noch schwer begeistert davon, wie zuvorkommend und offen die Leute hier sind (verglichen mit Deutschland). Jedenfalls war das sehr großartig von der Dame. 
Wir haben uns dann in Raglan an den Flußausläufer gelegt. Ja, was soll ich sagen, da hab ich mir ganz schön das Gesicht verbrannt. Zu meiner Verteidigung: Die Sonne hat man kaum gemerkt, weil es so windig war. [Die Anklage: Du bist jetzt 30 Jahre alt, das solltest du eigentlich in der Zwischenzeit gelernt haben.]
Das war aber wunderbar entspannt, wenn auch in Teilen gestört durch laute Rülpser und doofe Hunde. Aber es ist ja nicht immer perfekt, gelle?! Aber nahe dran ;-)
So ungefähr kann man sich das vorstellen:


Irgendwann ging's zum Auf-den-Bus-warten in die Stadt (nachdem wir Vollblinden nach Nachfragen auch das Bushaltestellenschild gefunden haben - oh Mann - zu viel Sonne macht Birne hohl, zumindest hatten wir die selbstgemalte Stadtkarte an der geschlossenen Touri-Info richtig interpretiert, das beruhigt ja dann doch die Akademikergemüter).

Warten auf den Bus - dabei noch ein leckeres Richtige Früchte-Eis :D

Eine Stunde später waren wir wieder in Hamilton... Da war dann ein wenig Stress angesagt, weil zum selben Zeitpunkt das BBQ bei Domink und Hannah (zu Ehren Dominiks eingetroffener Schwester) angefangen hatte, für das wir noch Brot kaufen mussten (was wir auch beim Warten auf den Bus in Raglan erledigen hätten können, uns das aber natürlich zu spät aufgefallen ist; beim Countdown neben der Busstation in Hamilton hab ich aber noch das letzte Baguette abgegriffen). Duschen innerhalb von 25 Minuten und dann den Bus unvorschriftsmäßig auf der Straße anhalten. Läuft....
Beim BBQ hab ich mir dann diverse Kommentare über meine Gesichtsfarbe anhören müssen. Ja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Aber es ist wirklich verdammt rot. Wird aber besser - After Sun sei Dank. Und tut nicht weh (was laut Pascals Definition dann nicht so schlimm sein kann). Hab dann noch die Jungs entertained (wobei kontinuierliches Wippe hoch und runterdrücken auf die Dauer ein bisschen anstrengend und monoton sein kann). Aber so was mach ich ja schon ganz gerne, insbesondere wenn ich dann die Motivation "Daniel already missed you" dazu geliefert bekomme.War aber wirklich ein schönes BBQ. Genau der richtige Abschluss eines schönen Wochenendes.

So, jetzt ist aber Schluss. Bin müde, bin ja schon fast 1 1/2 Stunden über meiner Bettgehzeit :D. Nicht, dass ich morgen im Kino einschlafe (wenn wir es final schaffen, Black Swan tatsächlich zu gucken; vorgenommen haben wir uns das schon mehrere Male).

Ich sach nur:
Man sieht sich :D
 

PS: Der Beitrag ist leider nicht so entertaining - sooooory!!!
PPS: Ein bisschen Mitleid kann aber nicht schaden - hier meine "Surfer"-Füße (iiiiiiih, Füße!!!). Haben ein wenig gelitten...
PPS: Darüber hinaus hab ich fetten Muskelkater in den Armen/Schultern, daher bitte noch mehr Mitleid!!! Note to myself: Vielleicht doch mehr Zeit in diese Muskulatur investieren.

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