Mittwoch, 25. Februar 2015

Neuseeland - Das fünfte Mal


Wetter: ziemlich bewölkt, nachts Sturmböen, aber relativ warm; grundsätzllich aber eher unvorhersehbar (morgens voll Sonne, dann total kalt und wolkig und dann wieder schönstes Abendwetter). Aber wärmer als in Deutschland (und das ist ja der Vergleich, der zählt, nicht wahr ;-))

Jetlag: soweit ok, nur so gegen 17 Uhr werde ich meist unglaublich müde
Sporteinheiten: 0
Zeit im Meer: 0 Minuten
Gelesene Bücher: The woman who died a lot (Jasper Fforde); Cash (Richard Price)

So, es ist also mal wieder soweit - Neuseeland. Zum fünften Mal. Nicht, dass ich mich beschwere ;-)... Da es auf diese Weise natürlich einfacher ist, alle Interessierten zu informieren und ich so (komplett uneigennützig) auch nicht alles jedem und damit fünf Mal erzählen muss, habe ich den Blog reaktiviert (Danke, für die Idee, Conni!).

Momentan rieche ich wie ein Sesam-Stäbchen (bäh!), da ich mich bei meinen einzigen Ausflug, den ich bisher gemacht habe, dermaßen verbrannt habe, dass ich nun eine Salbe gegen Verbrennungen (und Sonnenbrand) nutzen muss, damit die Röte und die Hautschmerzen irgendwann mal nachlassen. Und das ist so ne Ökosalbe (no offense) mit Sesam drin. Gut, dass ich heute alleine im home office bin *lach.

Aber von vorne. Los ging's an Aschermittwoch. Bin vom WW aus aufgebrochen, damit die Chance steigt, dass das Auto die Zeit ohne mich ohne Beulen/Kratzer/abgebrochene Antenne übersteht. Um die Einbruchprophylaxe kümmert sich die beste Nachbarin der Welt. Insofern: Alle Risiken minimiert.

Mama hat mich zum Bahnhof gebracht (nach Mittagessen mit Kotelett - so viel zu meiner katholisch-religiösen Erziehung/dem entsprechenden Verhalten - an Aschermittwoch - ts,ts,ts - Asche auf mein Haupt (ha, RIESEN-Gag)). Da ist ihr dann aufgefallen, dass ich das tolle Schloss, dass sich direkt am Koffer befindet, gar nicht benutzt habe (Notiz: Den Koffer hab ich neu zum Geburtstag bekommen :D. Der ist riesig, hat vier Rollen und da geht ne Menge, um nicht zu sagen, ziiiiiiemlich viel, rein). Da wurde dann der Reisverschlussanhänger in das Schloss geklickt (in das falsche natürlich). Problem war: Keiner von uns beiden konnte das wieder öffnen. Und der Zug kam in 5 Minuten. Zeit für einen (kurzen) Moment der Panik - "ich krieg den Koffer nie wieder auf, ich kann den in NZ knacken lassen, ich muss in Düsseldorf einen Kofferladen suchen, wo jemand Bescheid weiß". Uiuiuiui. Da ist der Puls ganz schön in die Höhe geschossen. Das musste ich dann man kurz mit einem "Toll gemacht" an der Mutter auslassen, was unschön war, aber zu diesem Zeitpunkt gerade nicht zu vermeiden. Wir haben dann rumgeruckelt, gezogen, gedrückt - nix hat sich bewegt. Und der Zug kam, in den ich dann notgedrungen eingestiegen bin.
Da hab ich dann den Google-Mann bemüht - der hilft ja dann ja schon ab und an. Problem natürlich: Die Strecke gen Köln ist gespickt mit Tunneln. Ahhh. Kein Empfang. Aber irgendwann ging's und ich habe rausgefunden, dass man einfach einen Knopf nach unten schieben muss und zack klickt das auf. Tja, manchmal kann es doch so einfach sein. Man hätte natürlich auch vorab mal die Bedienungsanleitung lesen können. Aber nein, wofür? Das passt schon.
Fun Fact: Beim Auspacken in NZ hab ich in der oberen Tasche vorne die Bedienungsanleitung fürs Schloss gefunden. Fetter facepalm. Mal echt.

Gepäck abgegeben (die 30 kg-Marke knapp gepackt), durch die Security (das erste Mal Körperscanner aka Nacktscanner - check) und, na, Pascal, rate - es war mal wieder soweit. Ich war für den Sprengstoffcheck fällig. Das schaffe ich ja eigentlich mindestens einmal auf der Reise. Diesmal sollte es allerdings das einzige Mal bleiben. Ts, bin ich doch auf keiner schwarzen Liste oder so.
Und dann hieß es warten. Fast drei Stunden. Wegen Sicherheitspuffer. So nen Quatsch :/ (allerdings hat mir die Mama erzählt, dass, hätte ich den nächsten Zug genommen, ich den Anschluss von Köln zum Flughafen Düdorf nicht geschafft hätte, da der ziemlich viel Verspätung hatte - insofern: doch alles richtig gemacht).

Und dann ging die fröhliche Fliegerei los, nein, kein Upgrade, aber dafür die (selbst gewählte) bescheidenste Sitzwahl der Welt. Wieso? WEIL ICH QUASI ALS LETZTES WAS ZU ESSEN BEKOMMEN HABE. Aaaaah!!! Ja, wer mich kennt, der weiß. Bekommt Frau Klein nix zu essen, wird sie zum Tier. Und das umso mehr, wenn ich sehe, dass die Stewardess die Reihen zählt, und dann in der Reihe HINTER MIR mit dem Service anfängt. Ich dachte, ich RASTE AUS. Und dann hat sich "meine" Stewardess natürlich auch noch in Zeitlupe bewegt. Ist doch klar, ne?! Ach ja, und klar ist natürlich auch, dass es dann das Essen, was ich mir schon voller Vorfreude ausgesucht hatte, natürlich nicht mehr im Angebot gab. Schlechte Laune bei Frau Klein. Allerdings hat sie sich dann bemüht, mir doch noch meinen Wunsch zu erfüllen, was dann geklappt hat - "pan-fried salmon fillet". Läuft doch. Ähnlich erging es mir dann noch auf den anderen Flügen; und fast hätte ich auch keine Pizza beim Mitternachtssnack bekommen (Skandal!) - wieviel Wahl-Glück kann man haben? Learning: Wähle nicht Reihe 73 im A380 und Reihe 35 in was-auch-immer-das-für-ne-Maschine-von-Düsseldorf-war.

Wieso ich so essens-fixiert bin? Keine Ahnung. Aber ich überlege ernsthaft für den Rückflug auf die vegetarisch-asiatisch-vegan-was auch immer-Variante umzusteigen; die bekommen nämlich immer als erstes :). Aber eigentlich ist mir das zu weird... I'll keep you posted

Die Filmauswahl war so lala - ich hoffe da mal auf den Rückflug (und da auch auf das Upgrade). Gesehen habe ich:
  • Maleficient (war wirklich ganz ok, kann man sich mal angucken)
  • The Judge (musste ich ein kleines Tränchen verdrücken, hat mir alles in allem auch gefallen)
  • The longest week (gefühlt wie der längste Film; den braucht die Welt wirklich nicht)
  • Before I go to sleep (auch ok, allerdings hat man das grundsätzliche Gefühl, das alles schonmal gesehen zu haben)
  • Begin Again (ganz ok, glaube ich, bin zwischendurch mal eingeschlafen; was jetzt natürlich nicht wirklich für den Film spricht)
Und dann hab ich noch ein paar Folgen 2 Broke Girls und Devious Maids geguckt. Will sagen - diesmal war mein Schlafpensum (Frau Klein setzt sich in den Sitz, schläft ein und wacht am Zielort wieder auf) nicht ganz so hoch wie sonst. Anscheinend komme ich jetzt in das Alter, wo die senile Bettflucht durchschlägt (oder so was in der Art).

Anyhow - was gibt es sonst noch so Erzählenswertes vom Flug zu berichten? Meine Nachbarn waren durchweg angenehm bis auf den letzten Flug, wo ich von meinen "Freunden" (den Asiaten) quasi umzingelt war, die es sich auch nicht haben nehmen lassen, sich quer über alle Gänge miteinander zu "unterhalten" (aka LAUT SCHREIEN). Das Ehepaar ("die" darf ich ja nach Zander/Schmidt-Gate nicht mehr schreiben, denn das ist unhöflich #lessonslearnedforlife) neben mir konnten kein Wort Englisch und ICE (Information-Communication-Entertainment, brought to you by Emirates) nicht bedienen, so dass ich denen mit Händen und Füßen beim Essen bestellen und Film anmachen geholfen habe. Somit bin ich wieder einen Schritt aus der Hölle raus. So you know.

An der Security NATÜRLICH an der falschen Schlange angestellt (wie kann man bloß so langsam sein, wenn man nur ein paar Stempel in den Scheiß-Pass machen muss), dafür aber schön mit "Wie geht's?" begrüßt (darin erschöpfte sich aber auch fast das deutsche Vokabular). Bei der Bio-Security aber die richtige Schlange erwischt (ha!). Fließjacke, Windstopper und Halstuch waren dann allerdings doch ein wenig zu warm für die Temperaturen, die mir draußen entgegen schlugen. Die vom Car Rental haben mich zügig eingesackt und dann war ich on the road. Also, eher im Stop-and-Go-Verkehr - aber das ist völlig normal, da jede/r Aucklander/in freitags in das "Häuschen am Strand" (Alta, was wünschte ich, Köln läge näher am Meer, ich hätte Geld und könnte mir ein Ferienhäuschen leisten) fahren. Navi hatte ich natürlich nicht dazu gebucht, ich altes Sparbrötchen, insofern hab ich zwei-drei (kurze, wirklich!) Detours gemacht, bevor ich das Haus gefunden hab. Erst dachte ich, wäre keiner da (kurzer hysterischer Anfall), aber dann hat mich Franziskas Vater in der offenen Tür begrüßt. Jott sei Dank.
Das mit dem versprochenen BBQ war zwar nix (ganz toll!! #armevoroberkörperverschränk #falscheversprechungen), dafür gab's aber Brotzeit und kaltes Bier. So um 21 Uhr bin ich dann auch in die Heia, weil ich ziemlich platt war.
Der Jetlag plagte mich in den kommenden Tagen nur insofern, dass ich um 4 Uhr oder so ziemlich wach bin; aber nichts, was man mit Handyspielen, Buch lesen oder willenlos im Internet surfen nicht hinbekommen würde.
Unser Häuschen (900 Beach Road, Waiake)

Das Wohnzimmer
     

 Küche

  
 Mein Zimmer
Wie man sieht, habe ich das Mädchen-Schlafzimmer (ein Traum in pink), dafür aber keinen wirklichen (leeren) Kleiderschrank oder eine Kommode, sodass alle anderen Ablageplätze herhalten müssen. Man beachte auch den Bücherstapel!


Was sonst so geschah?

Den Samstag hab ich einfach nur rumgegammelt; Franziska und ihre Eltern waren unterwegs. Wie eigentlich fast die ganze Zeit. Ich habe hier Haus und Hof für mich. Darf (!) dann nur (jeden Tag! - @Pascal: #thingsneverchange) Einkaufen fahren (ok, nein, hier soll ja kein falscher Eindruck entstehen -ich muss ja mittags dann auch was essen, und deswegen fahre ich nach Browns Bay und hole mir dann lecker Sushi (was ja hier wirklich mega-günstig ist) und kaufe für abends ein); und hab bisher für abends immer Sachen vorbereitet, weil ich, wer wüsste es nicht, so ab halb sieben wirklich Kohldampf hab. Problem ist allerdings, dass Franziska und ihre Eltern meist noch Kaffeetrinken/Kuchen essen/Tee trinken & Scones essen. Und das meist so kurz vor dem Nachhausekommen, so dass die dann meist noch keinen Hunger haben. Ja, life is a bitch.

Am Sonntag, während die anderen in Auckland shoppen waren, bin ich in Long Bay Regional Park, bissel am Meer und dan der Küste spazieren gehen.
War bewölkt, aber warm. Und Frau Klein war auch eingeschmiert. Das ist für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig (Sonnenbrand und so - eigentlich ist das immer nur der schwer subtile Hinweis auf  "Mitleid! Bitte!"). War auch echt nett da. Bin dann über Granny's Bay am Ende in Pohutukawa Bay gelandet (der Weg wäre allerdings noch weiter gegangen, aber so ambitioniert war ich dann nicht), wo ich im Schatten Buch gelesen und den Wellen gelauscht habe.
Warum war ich nicht schwimmen? Ja, das hab ich ja voll vergessen. Karneval hab ich zwar gut überstanden, aber der Flug hat mir dann doch ne schöne Erkältung eingebracht. Insofern lass ich das mit dem Ins-Meer-Gehen vielleicht mal noch ein bisschen. Exkurs Ende.

  

  So seinen Sonntag zu verbringen hat schon echt was - chill, ma, wa, Caro?!

   

 Seht ihr: Es waren Wolken da - keine Sonne....
  Ok, je nachdem, wohin man geguckt hat:

 
  
 
   
  

      
Diese Bay ist allerdings ne FKK-Bucht und so sind 2 Männeken, so wie Gott sie schuf, auf ihrem (ja, was war das eigentlich? Ich geh mal den Strand entlang, weil ich Bewegung brauche? Oder ich check mal ab, was die angezogene Tante da so macht?), nennen wir es einfach Spaziergang, an mir vorbei gelaufen. Langsam vorbeigelaufen. Kann man machen. Muss man aber nicht. Und die Wette würde ich halten, dass das noch ein paar mehr geworden wären, wäre ich da noch länger geblieben; das war ne reine Männerveranstaltung da; nicht, dass ich mich darüber grundsätzlich beschwere, aber... um mich mal selbst zu zitieren: Wer will das denn sehen?

    


Dann zurück und abends BBQ (bei dem die Würstchen nicht so wollten wie wir, aber alles in allem, war es sehr lecker). Da war mir schon aufgefallen, dass ich ziemlich viel Röte angenommen hatte. Ja, und als ich dann morgens in den Spiegel geguckt hab. Uiuiuiui, da guckte mir in etwa so was entgegen:

 Ersetze Haare durch rote Haut

Die weißen Stellen waren auch da, wo meine waren.
Und das tat weh - ich sach et euch. Bin davon morgens um 6 Uhr aufgewacht - hab mich dann bis 8 Uhr quasi alle 5 Minuten eingeschmiert, um die Hautstellen feucht zu halten (hat aber nix genutzt). Ich dachte, ich krieg nen Aff (Achung: Schlechtes Wortspiel!).
Hab mich dann entschieden, Make-Up aufzutragen und lange Klamotten anzuziehen (warm war es auch nicht so; Glück gehabt), weil ich keinerlei Lust auf dumme Sprüche hatte. Danke, L'Oréal!

Mittlerweile hatten wir also Montag. Franziska und ich kommen in die Uni. Franziska hat da ihr eigenes Büro (was sie erst einmal selbst putzen musste, weil das alles mega-dreckig war und voll chaotisch - die Sekretärin hat Valentyna & ihr bei der Putzaktion wohl zugeguckt - ja, wann sieht man auch Professoren selbst Hand anlegen ;-)); bisher war sie 2 oder 3 Tage da. Für mich war nix arrangiert, kein Büro, kein Schlüssel, kein Internetzugang. Von mir aus.. Ich MUSS ja hier nicht arbeiten... Anscheinend liegt das aber in erster Linie an der Unfähigkeit der Sekretärin, äh, pardon, der persönlichen Assistentin (von was auch immer). Da ich diese Woche dann aber eh die ganze Zeit von zu Hause arbeite, weil Valentyna in Australien ist und Franziska mit ihren Eltern unterwegs, habe ich die Hoffnung, dass ab Montag alles besser wird. Meinen Internetzugang (zumindest in der Theorie) hab ich zumindest schon einmal :). Und anscheinend gibt es ein Büro, in dem man (täglich) den Schreibtisch wechseln kann - yipieh. Da steigt meine Laune doch immens.

Seitdem habe ich nicht viel gemacht. Zu Hause gearbeitet; in die Sonne kann ich ja nicht, weil ca. 30 % meines Körpers noch knallerot sind und ich, wie eingangs erwähnt, rieche wie ein Sesamstick. Gut, dass die anderen Mitbewohner jeden Tag unterwegs sind. Insofern bin ich hier ganz allein, allein. Zumindest bis abends. Und ab morgen (Donnerstag) bis Samstagabend. Allerdings wollte ich Samstag und Sonntag auch mal ein paar Ausflüge machen - bis dahin sollte die Sesam-Wunder-Brandsalbe ja ihren Dienst getan haben. Nur bin ich jetzt zum Schwimmunterricht-Bringdienst für Valentynas Jungs eingeteilt (aka ich wurde "gefragt"), von daher hab ich Samstag dann nur nen halben Tag Zeit. Aber da fällt mir sicher was ein.
Morgen oder übermorgen treff ich mich zum Lunch mit nem Professor aus Frankfurt, der mit seiner Frau (einer Psychologin von der Uni Köln - die Welt ist so verdammt klein manchmal) auch hier zu Gast bei Valentyna ist und quasi um die Ecke wohnt. Und das bei meiner Neigung zum Netzwerken & zum Smalltalk...

Ansonsten hoffe ich, dass es euch allen gut geht. Haut rein, lasst euch nicht unterkriegen!

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