Samstag, 2. April 2011

"Segeln" macht Spaß ODER fetter Sonnenbrand, die 3.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, den Parkautomaten zu füttern (natürlich hatten wir uns den ausgesucht, der nur Kleingeld nahm, dann aber letztlich da geparkt, wo man auch hätte mit Karte zahlen können; ja, wir haben's drauf, dat sach ich dir), haben wir am Eincheckpunkt auf unseren Skipper gewartet (und schon Angst gehabt, wir würden das Boot mit vielen aufgebrezelten (Titten gemachten) österreichischen Tussen teilen - war aber gott sei Dank nicht so). Unser Trupp war letztlich aber ganz nett: 2 Engländerinnen, die auch explizit kein Partyboot wollten (Job gekündigt - jetzt erstmal 6 Monate in der Welt unterwegs - auch nicht sooo schlecht), 2 Chinesen (die sind eben überall), 4 Schweizer Mädels (die aber wat komisch waren, noch sehr jung) und 2 Holländer (sehr nett). Skipper war Connor (wenn der keinen Hautkrebs hat(te), dann weiß ich es net) und Rob war das Mädchen für alles (Kochen, Andocken, Abspülen, etc.). Bis es losging, war uns schon megamäßig heiß - um viertel vor neun brannte die Sonne schon wie zur allerbesten Mittagshitze. Haben dann auf dem Boot gesessen, Buch gelesen. Entspannend. Leider gab's da leider nirgendwo Schatten - hab zwar alles angelassen, aber mir trotzdem die Unterarme verbrannt.

 
 

 

Ich hab mich eingemummelt vor der Sonne - hier der Beweis:
 


Dann sollten irgendwann die Segel gehisst werden - wir hatten ja auch nen Segeltörn gebucht (es gibt tatsächlich Leute, die klagen so was ein; wenn nicht wenigstens einmal die Segel gehisst werden - verrückt...). Allerdings war fast überhaupt kein Wind, was auch den ganzen Törn über so bleiben sollte, insofern war das auch das letzte und einzige Mal, dass die Segel ausgepackt wurden. Soviel zum Segel(!)-Ausflug. Rob hat sich dann Feriha & mich als Freiwillige ausgesucht - mein Gott, war das schwer, die Teilen ach oben zu kriegen. Gutes Workout :))
Nach ner Stunde "So tun als ob" wurden die Segel wieder eingeholt und wir haben Whitehaven Beach angesteuert (vorher gab's noch Lunch - Salat, Hähnchen und Kartoffelsalat - der Rob, der kann's).
 
 



Das war mega-super-schön - türkisfarbenes Wasser und weißter Strand. Toll. Toll. Toll. Der Outlook wie auf ner Postkarte. Dann ging's runter zum Strand (war zwar nicht DER Whitehaven Beach, aber man darf da nicht so kleinlich sein); sind über Steine zu diesem kleineren Strandabschnitt geklettert. Das hatte uns Connor empfohlen (der war dann auch da); sind in die Stingersuits geklettert und waren baden. Von weitem haben wir auch zwei Schildkröten aus dem Wasser lugen sehen. Noch ein paar "Model"-Fotos und dann mussten wir weiter.
  
  


Den ersten Schnorchelspot haben wir dann ausgelassen, weil das Wasser zu aufgewühlt war und wir so eh nichts wirklich sehen hätten können. Sind noch ein bisschen auf offener See getrieben um den Sonnenuntergang zu sehen. Leider war er nicht so vollendet schön, weil da Wolken im Wege waren. Man konnte in der Ferne auch ein Gewitter sehen - ziemlich beeindruckend.
 
Haben dann in einer Bucht (über Nacht) geankert (auf der angeblich wilde Ziegen leben, die sich mal bei einem Schiffbruch raufgerettet hätten; am Ende der Buch gibt's auch Aborigine-Höhlenmalereien; Connor hat da wohl mal 2 Wochen mit seinem Boot verbracht). Dann war "Chillen" and Deck und Warten auf einen Duschtimeslot angesagt und dann gab's lecker Abendessen (Beef Stroganoff mit Reis und gedünstetem Gemüse). Haben auf Deck gegessen, Bierchen getrunken und Sterne geguckt. Die waren gigantisch schön. Zwei Sternschnuppen ("shooting stars") waren auch noch im Angebot. Da kann man echt nicht meckern. Auch sehr ramontisch. Beim nächsten Mal dann vielleicht.........

Sind dann (wohl früh - irgendwie verliert man da doch das Zeitgefühl) in die Kajüte.Allerdings hat man, nicht nur wegen der Beengheit - erstaunlich übrigens, was man alles in so einem Boot alles unterbringen kann - das Gefühl gehabt, zu ersticken, weil da überhaupt keine Luft drin war. Insofern haben wir die Tür zum "Salon/Küche" offen gelassen. Soviel zur teuer erkauften Privatkabine. Außerdem hatte man auch das Gefühl, dass die Toilettenpumpe direkt neben unserer Kabine war. - so hatten wir was von jedem Klogang.
Haben das Fenster aufgelassen, allerdings fing es nachts total an zu regnen und es hat (trotz vermeintlich geschlossenem Fenster) auch auf unsere Klamotten geregnet. Summa summarum war die Nacht jetzt nicht wirklich erholsam - bin daher final um 6.30 Uhr aufgestanden. Da hat es immer noch wie aus Eimern geregnet und draußen war es überall so grau, dass man nicht mehr daran dachte, dass es eventuell noch besser werden könnte.
 
Nichtsdestotroz haben wir uns dann auf den Weg zum ersten Schnorchelstopp des Tages (Nora Inlet)  gemacht. Irgendwann hat auch der Regen aufgehört - aber viel angenehmer, wenn die Sonne sich ein wenig hinter den Wolken verstekct. Der Spot war ziemlich cool. Den Stingersuit haben wir einfach angelassen und sind zum zweiten Stopp (Blue Pearl Bay) gefarhen. Da war die Visibilität (6 m) super, da waren auch noch andere Taucher unterwegs. Sind mit und in Fischschwärmen geschwommen - die sind einem fast gegen die Maske geschwommen. Und so viele bunte Varianten. Das war supertoll.
Und Elvis & Priscilla haben wir auch gesehen - das sind so große, gräuliche Fische, die dort "wohnen". Bei einer kurzen Über-Wasserflächen-Pause haben wir mitgehört, dass der Tag wohl seit Wochen der mit der besten Sichtbarkeit ware. Cool, wa. Lucky us.

Bis zum nächsten (Lunch-/Sandwich-)Stopp (Longford Island) lagen wir an Deck - ich im Schatten (dachte ich); bin dann auch mal gut weggeknackt.
Dementsprechend hatte ich wohl mehr Sonne als gedacht :(( Am Strand haben wir eigentlich nur rumgelegen - alle waren irgendwie total geschafft. Sind dann langesam wieder gen Airlie Beach getuckert.
Im Hafen angekommen hat es von jetzt auf gleich aus allen Rohren angefangen zu regnen (gut, besser im Hafen als auf dem Trip selbst).
Jedenfalls waren wir bis auf die Haut nass. Und das dauerte auch erstmal bis wir aus den nassen und kalten Klamotten rauskamen (an ner Tankstelle). Und die Strecke war auch einfach superanstrengend zu fahren, weil es einfach dermaßen geträscht hat. Hab noch nie so viel Regen so andauernd gesehen. War ich dann aber doch froh, dass wir so nen fetten Wagen hatten.

Die Strecke war auch mal wieder supereintönig, nur unterbrochen durch die diversen Varianten des "Bitte überleben Sie die Fahrt"-Claims. Hier eine kleine Auswahl (übrigens scheinen sich Alliterationen und Reime anzubieten):
- Arrive alive
- Survive this drive
- Rest or R.I.P.
- Break the drive. Stay Alive.
- Stop. Revive. Survive.

Gegen halb elf sind wir dann in Rockhampton (losgefahren sind wir so um halb fünf, inkl. Pizzaholstop (Feriha kann man auch einfach mal "rrrarrha" nennen, warum nicht?!)) angekommen. Haben das YHA nicht direkt gefunden und sind noch ein bisschen rumgecruist. Allerdings mussten wir den armen YHA-Betreiber rausklingeln, weil wir keinen Safecode bekommen hatten. Schnell noch duschen - die Haut ist mittlerweile pinky-and-the-brain-mäßig rot. Und tat auch weh. Verdammte Scheiße!

Ansonsten:
  • Neue 3 P's gelernt: Pee, Pooh, Paper (fürs Klo; sonst kommt da nix rein)
  • bin "pretty enough" um auf dem Boot zu bleiben und zu putzen (vielen Dank, Jungs!)
  • Tauchlehrer scheinen in der Ausbildung immer dieselben Witze zu lernen - Maske nicht zu eng machen, sonst gibt's Abdrücke und alle lachen über dich (harrharrharr)
  • Die Schilder mit "Daddy, how long still to go?" sind nur bedingt hilfreich, wenn sie nicht beantwortet werden; genau wie ein einziges Rätsel (welches ist der höchste Berg in Queensland?) für die gesamte Strecke 

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